*Lotti green & Jo*
Die Idee
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, ein kleines Zuhause/Wohnzimmer im Wald zu errichten. Dafür ist der Plan, dass wir am Ende des Projektes viele kleine Möbel aus den Naturmaterialen gebaut haben, die uns die Natur geben wird.
Warum? Ganz einfach – Frauenpower! Und die Motivation etwas mit den eigenen Händen und mit Hilfe der Natur zu errichten.
Unsere Utensilien

Paracord, Hanfseil, Hammer, Axt, Schaufel (+Spaten), Säge, Multitool, Messer, Handschuhe, Erste-Hilfe-Set und natürlich ganz wichtig das darf absolut nicht fehlen: schwedische Haferkekse.
Zwar setzen wir auf natürliche Materialien, jedoch war uns das feste Paracord der Bundeswehr sehr vom Nutzen. Das Hanfseil war die natürlichere Variante, konnte uns jedoch im festen Spannen leider nicht weiterhelfen. Trotzdem war es uns für Zwischenschritte sehr nützlich.
1. Tag – 09.04
Am ersten Tag lag die Aufgabe darin, nach einem geeigneten Platz für unser Camp zu scouten. Dafür sind wir durch den Michendorfer Wald gestapft und haben uns ein paar Plätze angeschaut, die in Frage kommen könnten. Ein Platz war für unseren Geschmack zu nah am Weg oder wurde von einem Hochstand observiert. Bei einem anderen waren sehr viele Spinnen unterwegs, die wir nicht zwingend stören wollten 🙂

Nach einer Stunde laufen und scouten haben wir unser Plätzchen endlich gefunden und wir haben sogar schon eine kleine Feuerstelle in unserer Wohnstube zu stehen!

Neben den vielen Krabbeltierchen gab es aber auch die Hinterlassenschaften anderer Tiere zu sehen, die wir an unserem finalen Spot ausfindig machten.
2. Tag – 16.04
An unserem zweiten Tag unserer Projektumsetzung ging es dann endlich richtig zur Sache. Wir haben bei einer wärmenden Tasse Tee und ein paar schwedischen Haferkeksen verschiedene Fachliteratur durchforstet, um unserer Vision von einem Zuhause im Wald einen Realtitätsschliff zu verleihen. Nun waren wir gestärkt und machten uns auf den Weg in den Wald zu unserem Spot. Es war zuerst gar nicht so einfach diesen wiederzufinden :D. Obwohl wir uns den Standort digital markiert hatten, mussten wir kurz etwas suchen, bis wir ihn fanden. Angekommen, begannen wir Material zu suchen und zu sammeln. Zu unserem großen Glück ist nicht weit entfernt ein Waldstück mit sehr viel Totholz, was uns einiges einfacher macht.


Als wir eine gute Menge Material zusammen hatten, begann Jo mit der Axt die noch übrigen Äste zu entfernen und Lotti hat mit der Säge alle Bäume auf Maß gesägt. Wir haben abgesprochen, dass wir mit dem „Bett“ beginnen wollen. Da wir beide circa 180 cm groß sind und wir am Fuß- oder Kopfende noch Platz für Rucksäcke oder anderen stuff lassen möchten, haben wir uns auf eine Länge von circa 250 cm geeinigt. Bei der Auswahl der Bäume für unser Bett haben wir darauf geachtet, dass sie nicht allzu morsch sind und keinen geringeren Durchmesser als 5 cm haben.


Zum Schluss haben wir alle zugesägten und entästeten Stämme dort nebeneinander gelegt, wo wir später unser „Bett“ errichten möchten. Wir dachten, dass eine Breite von 180 cm für uns genau die Richtige ist und haben so viele Stämme nebeneinander gelegt und präpariert, bis wir diese Breite ungefähr erreicht hatten. Wir fühlen uns schon jetzt so heimisch und wohl und freuen uns riesig an unserem Green Raccoon Paradise weiterarbeiten zu können!

3. Tag – 23.04

Das ist die Vorstellung, die wir von unserem Bett haben. Im Bestfall sieht es am Ende so aus und funktioniert so, wie wir es uns vorstellen.
Heute haben wir fleißig geschuftet und sind weit voran gekommen! Zu allererst haben wir uns auf den finalen Spot unseres Bettes geeinigt und haben begonnen die Fläche eben zu machen. Dabei haben wir Erde von einer erhöhten Stelle zur tieferen Stelle gebuddelt, damit das Bett am Ende gerade stehen wird.
Wir sind erneut auf Baumsuche gegangen und haben einen ordentlichen Stamm umgeschubst und diesen dann tapfer zersägt, da wir vier dicke Stämme für die Unterseite unseres Bettes benötigen. Diese stützen die dünneren Stämme, auf die sich dann gelegt wird. Zudem liegt man etwas erhöht, wenn es regnet und so das Wasser unten durch fließen kann. Sollten wir am Ende des Projektes noch Zeit haben und ganz lustig sein, dann könnten wir die Zwischenräume zwischen Boden und Liegefläche mit Materialien wie Zweige, Laub oder Sonstiges ausfüllen, damit der Kälte von unten entgegengewirkt wird.

Die unteren Stämme haben wir etwas eingegraben, damit sich diese nicht so leicht verschieben lassen. Dann fingen wir damit an die dünneren Stämme nebeneinander zu legen, die als Liegefläche dienen. Wir kamen uns wie beim Puzzle vor. An manchen Stellen war das Zusammensetzen frustrierend, aber das Endprodukt lässt sich echt sehen!

Als diese Arbeit getan war, widmeten wir uns den Wänden. Der Plan ist, dass wir am Bett drei Wände hochziehen und diese dann als Stütze für das Dach nutzen. Um diese Seiten zu stabilisieren, spitzte Lotti Pfeiler an, die wir dann mithilfe eines Hammers in den Boden kloppten. Zwischen diesen Pfeilern schichteten wir dann abwechselnd Baum und dann Moos. Das dient zur Isolierung und dass der Wind später nicht zu sehr durch die Lücken pfeift. Außerdem sieht es dazu noch sehr schick aus!

4. Tag – 30.04
Heute waren es fast 30°C und das Ende April – einfach unglaublich. Um uns ausreichend zu stärken und abzukühlen, gönnten wir uns spontan ein Softeis in Caputh.
Große Empfehlung: Lindenstraße 43, 14548 Schwielowsee 🙂

Gestärkt radelten wir in den Wald zu unserem Green Raccoon Paradise.
Unsere Hauptaufgabe für den Tag bestand darin, dicke Stämme auszuwählen und für den Bau der Wände unseres Shelters vorzubereiten.
Zu unserem Pech schien der Wald heute von Spinnennetzen und Mücken regelrecht überfallen zu sein. Trotz unserer Bemühungen, uns zu schützen, wurden wir ordentlich zerstochen und mussten uns immer wieder gegen die lästigen Plagegeister zur Wehr setzen. Aber wir ließen uns nicht entmutigen und arbeiteten konzentriert weiter.
Während unserer Suche nach geeigneten Stämmen stießen wir auf etwas sehr Spannendes. Wir haben tatsächlich Teile eines Vogelskeletts gefunden. Es war so faszinierend jedes einzelne Detail sehen und bestaunen zu können.




Als wir endlich mit der Vorbereitung der Stämme fertig waren und den Bau der Wand fortsetzen wollten, ereignete sich ein kleines Unglück. Die Halterung, die wir für die Wand vorbereitet hatten, erwies sich als nicht stabil genug, und die bereits aufgestapelten Stämme rutschten herunter. Das Ganze war echt ziemlich frustrierend, aber wir beschlossen, uns nicht entmutigen zu lassen.


Nach einer gründlichen Analyse der Situation entschieden wir uns, die Wand noch einmal neu aufzubauen bzw. die Stämme neu zu stapeln und alles mit dem Hanfseil zusätzlich zu fixieren. Dabei mussten wir leider feststellen, dass das Hanfseil, das wir verwendet hatten, nicht die nötige Stabilität bot. Ein weiterer ärgerlicher Rückschlag, aber auch eine wichtige Lektion für zukünftige Bauprojekte.
5. Tag – 07.05
Heute packten wir an. Da wir letztes Mal nicht sonderlich weit kamen und auch noch die Niederlage des Einstürzens tragen mussten, steckte in uns eine Motivation von 101%.
Wir starteten damit die Wand bis zum letzten Stamm abzunehmen und sie dann am untersten Punkt mit dem bundeswehrqualitativem Paracord an den vertikalen Pfeilern zu spannen. Somit erschaffen wir eine gewisse Grundspannung, dass die Pfeiler durch die folgenden Stämme nicht auseinander gedrückt werden.


Danach schichteten wir abwechselnd einen Stamm und Moos zum Verdichten. Zwischendurch befestigten wir die Pfeiler mit Hanfseil an beiden Seiten, damit uns nicht das Gleiche wie beim letzten Mal widerfährt. Die dünneren Stämme hatten zu viele Zwischenräume geschaffen, weswegen die nächsten Stämme durch das Gewicht nach unten rutschten. Durch das Hanfseil füllten wir die Zwischenräume aus, damit der nächste Stamm auf dem Hanfseil liegen konnte. Ab und zu spannten wir die Pfeiler erneut mit dem robusteren Paracord, damit sie weiterhin schön stabil blieben. Viele Stämme benötigten auch viel Sägen und viel Schleppen, doch die Mühe machte sich bezahlt.

Am Ende des Tages war das Werk der drei Wände vollbracht. Lotti green hatte es von Anfang an im Blut, dass wir heute weit kommen werden und wir hätten echt nicht gedacht, dass wir so einen immensen Fortschritt erzielen würden.

6. Tag – 14.05
Heute war ein bedeutender Tag. Die Sonne strahlte und bei angenehmem warmem Wetter haben wir uns um 9:30 Uhr getroffen, um mit hochmotiviertem Teamgeist unser Projekt weiter voranzutreiben. Unser Ziel für heute: endlich ein Dach über dem Kopf!
Wir waren voller Tatendrang. Der erste Schritt bestand darin, einen langen, dicken Stamm quer über die beiden kürzeren Wände am Eingang zu legen. Diesen Stamm haben wir mit einem Seil gut fixiert, sodass er stabil genug war, um die weiteren Dachstämme zu tragen.
Nachdem der Querbalken fest verankert war, konnten wir die langen Stämme, die das Dach bilden sollten, darauf legen. Lotti nahm sich der Aufgabe an, passende Stämme zuzuschneiden. Mit unserer Säge und dem Maßstamm bewaffnet, machte sie sich auf ins Abteil mit dem vielen Totholz. In der Zwischenzeit trug Jo die zugesägten Stämme zu unserem Shelter und entastete sie sorgfältig mit der Axt.

Dieser Prozess zog sich wie Kaugummi hin und war ein richtiger Knochenjob. Jede Menge Schweiß und Muskelkraft flossen in die Arbeit, aber am Ende hatten wir genügend Stämme zusammen, um das Dach zu vervollständigen.
Als die letzten Stämme schließlich platziert waren, spürten wir eine deutliche Veränderung. Es war angenehm kühl und schattig in unserem Shelter – genau wie wir es uns vorgestellt hatten.
Nun steht der nächste Schritt an: Beim nächsten Treffen müssen wir uns überlegen, wie wir das Dach dicht bekommen. Zwischen den Stämmen sind noch teilweise große Lücken, die wir schließen müssen, um einen effektiven Schutz vor Wind und Regen zu gewährleisten.
Trotz der anstrengenden Arbeit war der heutige Tag ein großer Erfolg. Das Dach gibt uns nicht nur physischen Schutz, sondern auch ein Gefühl der Geborgenheit und Zufriedenheit über das gemeinsam Erreichte.


Wir freuen uns schon auf das nächste Mal und sind gespannt, wie unser Shelter weiter Form annimmt!
7. Tag – 21.05
Heute wollten wir uns eigentlich weiter dem Dach widmen, jedoch fehlten uns die Ideen, wie wir dieses auf natürliche Weise verdichten könnten. Es gibt leider kein natürliches Material, was großflächig deckt und absolut wind- und wasserfest ist. Jo wird bei sich Zuhause nach alten Stoffdecken schauen, damit es wenigstens etwas Regen aufsaugen kann. Lotti hätte auch noch Malerfließ bei sich zu Hause, sollten wir gar nichts anderes finden, denn auf Müllsäcke würden wir gern verzichten. Geplant ist, dass wir trotz Decken jede Menge Moos aufs Dachen legen werden, welches ebenfalls die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Da noch die Idee des Feuerplatzes im Raum stand, war das also die Aufgabe für heute. Wir brachten sogar zwei Spaten mit, was auf den Fahrrädern gar nicht so einfach war. Sie erleichterten uns aber vieles, da wir einen großen Kreis ausbuddelten, was es uns ermöglicht am Rand des Feuers zu sitzen.
Ganz zu Anfang fanden wir an unserem Platz einen großen Metallring, welchen wir perfekt als Feuerbegrenzung nutzen können. Während des Buddelns fanden wir zudem viele Steine, was eine super Voraussetzung für einen perfekten Feuerplatz ist.
Da das Buddeln viel Kraft erforderte, mussten wir auch einige Pausen machen. Wir stärkten uns mit Haferkeksen, schwedischer Schoki und weihnachtlichem Spekulatius!! Währenddessen besuchte uns eine rotbeinige Holzschlupfwespe.

Den Feuerkreis verschönerten wir mit kurzen Stämmen, was beim Raufsetzen wirklich richtig gemütlich ist und zudem auch noch die Wände vor dem Einstützen bewahrt.

8. Tag – 28.05
Ein regnerischer Tag überraschte uns heute, obwohl wir uns eigentlich endlich dem Dach widmen wollten… Trotzdem nutzten wir unsere Zeit natürlich sinnvoll. Eine Idee schwirrte uns schon seit Beginn dieses Projektes im Kopf herum. Seitdem der Name unseres Camps feststand, griff Lotti nach der kreativen Wolke und schrieb einen Song über unseren ˋGreen Raccoon Paradise´.

Unsere liebe Lenny half uns bei der Verwirklichung dieser wundervollen Idee. Bei sich zu Hause hat sie das nötige Equipment, um eigene Musik zu machen und wir durften uns heute daran zu schaffen machen!
Zu Beginn stärkten wir uns mit PastaPesto a la Sverige. Dabei feilten wir noch etwas an dem Songtext und dachten uns einen süßen Einstieg zum Song aus.
Danach ging es auch schon los und Lotti spielte die Melodie mit der Ukulele ein, die sie sich dazu ausgedacht hatte. Hinterher spielte Jo ein paar dazu passende, melodische Klänge ein und das Grundgestein war erschaffen!



Nun ging es ans Eingemachte: mit unseren engelsgleichen Stimmen, sangen wir den Song ein! Es hat einige Anläufe gebraucht, da es witziger als erwartet war. Trotz allem sind wir zu einem Ergebnis gekommen und wir sind echt ziemlich stolz auf uns! Nun hat unser ˋGreen Raccoon Paradise´ einen ebenbürtigen Song erhalten.
Nochmal ein großes Danke an Lenny, dass wir dein Studio benutzen durften und dass du uns tatkräftig und mit viel Geduld zur Seite gestanden hast! Schaut auch gern bei ihrem Blog vorbei: sie baut gemeinsam mit Lotti blue und Elisa ein kleines Feendorf.

Den Song werden wir ganz am Ende dieser spannenden Reise veröffentlichen. Bis dahin: bleibt gespannt :))
9. Tag – 11.06
Heute stand ein weiterer spannender Tag auf unserer Shelter-Baustelle an. Der Himmel war leicht bewölkt, hin und wieder blitzte die Sonne durch, und ab und zu nieselte es leicht. Perfekte Bedingungen für einen produktiven Arbeitstag.
Nach unserem gemeinsamen Check-in fuhren wir zusammen zurück nach Michendorf und beluden unsere „Drahtesel“ mit den nötigen Materialien. Wir waren hochmotiviert, das Dach unseres Shelters heute endlich abzuschließen. Jo hatte ein altes Bettlaken mitgebracht, während Lotti von zu Hause noch etwas alten Malerfließ gefunden hatte, von dem wir vorher die Plastikfolie abzogen.
Als wir schließlich im Wald bei unserem Shelter ankamen, waren wir überglücklich, dass alles noch an seinem Platz war. Es war schon eine Weile her, seit wir das letzte Mal dort gewesen waren, und wir hatten uns Sorgen gemacht, dass etwas beschädigt oder gestohlen worden sein könnte. Aber zum Glück war alles noch so, wie wir es zurückgelassen hatten.
Wir machten uns sofort an die Arbeit und legten das Laken auf das Dach, um zu sehen, wie wir das vorhandene Material am effizientesten verteilen konnten. Hier und da schnitten wir ein paar Schlitze in den Stoff, damit er sich besser ausbreiten ließ. Dann begannen wir, das große Laken mit kleinen Nägeln festzunageln. Während Jo das restliche Malerflies ausbreitete, begann Lotti bereits, die Erde, die wir beim letzten Mal für unsere Feuerstelle ausgehoben hatten, auf dem Dach zu verteilen.

Zwischendurch legten wir natürlich auch kleine Snack-Pausen ein, um unsere Energiereserven aufzufüllen. In einer dieser Pausen sahen wir plötzlich einen Mann in roter Jacke auf einem Fahrrad, begleitet von seinem Hund, in nicht einmal 50 Metern Entfernung vorbeifahren. Wir verstummten augenblicklich und hofften inständig, dass der Hund uns oder unsere Snacks nicht wittern würde. Glücklicherweise setzten der Mann und sein Hund ihren Weg fort, ohne uns zu bemerken.
Als Jo mit dem Ausbreiten des Malerflieses fertig war, half sie ebenfalls dabei, die Erde aufs Dach zu schippen. Da der Stoff nicht für die gesamte Fläche ausreichte, verteilten wir eine Mischung aus Sand, Kiefernnadeln, -zapfen und Moos auf den Stämmen unseres Daches, um zu verhindern, dass die Erde komplett durch die Lücken zwischen den Stämmen rieselte.
Doch dann geschah etwas völlig Unerwartetes und Schreckliches. Während einer weiteren Snackpause, in der wir gerade gemütlich plauderten, hörten wir plötzlich ein lautes „KNACK“, und keine Sekunde später stürzte das gesamte Dach ein. Wir hatten unheimliches Glück, dass wir links und rechts an der Seite des Shelters saßen und somit nichts abbekamen. Es stellte sich heraus, dass der tragende Querstamm, der alle dünneren Stämme des Daches trug, offensichtlich doch nicht so stabil war, wie wir gedacht hatten.

Nachdem wir uns aus dem eingestürzten Shelter befreit hatten, brauchten wir ein paar Sekunden, um wieder klarzukommen. Es war kaum zu glauben, was gerade passiert war. Da hilft nicht mal mehr das Erste-Hilfe-Set.. Der anfängliche Schock wich schnell in eine Mischung aus herzhaftem Lachen und verbittertem Frust. Um uns gebührend von unserem gefallenen Dach zu verabschieden, überlegten wir uns ein kleines Ritual. Dann räumten wir so gut es ging auf. Jo installierte noch eine Wildkamera, um zu sehen, ob wir in unserer Abwesenheit Besuch in unserer „Bruchbude“ empfangen würden.
Eigentlich hatten wir uns folgenden epischen Satz überlegt, um den Bau unseres Shelters gebührend zum Abschluss zusammenzufassen:
Es hat zwei Gehirne und vier Hände gebraucht, um diesen Ort zu erschaffen.
Im Nachhinein kann man sagen: war wohl ein Gehirn zu wenig.
Tag 10 – 18.06
Unseren letzten Arbeitstag mussten wir unbedingt noch gebührend feiern und sind zu Beginn an unserem Softeisladen des Vertrauens in Caputh vorbeigefahren. Es war ein regelrechtes Wettrennen gegen das Eis. Als ob es uns gesagt hätte: „Beeilt euch, ihr müsst heute einiges schaffen!“


Immerhin kommen wir am letzten Tag darauf, dass man ja auch ein Anhänger zum Transportieren der Werkzeuge nutzen kann.. :))
Heute war ein ganz besonderer Tag. Nicht nur, weil wir das letzte, offizielle Mal im Wald sein werden, sondern auch, weil André und Gudrun uns besuchen kommen. Wir berichteten von dem bestürzenden Erlebnis des letzten Mals und sie waren voller Zuversicht, dass wir zu viert das Dach wieder auf Vordermann bringen werden, ohne es abreißen zu müssen.
Es ging schneller als erwartet! Die beiden stiefelten in unsere Vorratskammer der Bäume und brachten drei Stämme mit. Dann entfernten wir den durchbrochenen Stamm und schoben den Neuen unter den anderen Stämmen des Daches hindurch. Nun hoben wir, mit jeweils zwei von uns auf einer Seite, den Stamm mitsamt dem Dach nach oben und schoben die anderen beiden Querbalken ebenfalls unter das Dach.
Zu zweit hätten wir das niemals geschafft! Wir dachten, dass wir das Dach komplett einmal herunternehmen müssten, was viel kraft- und zeitaufwendiger gewesen wäre.

Anschließend buddelten wir noch zwei vertikale Stämme etwas ein, welche den vordersten Querbalken von unten zusätzlich stabilisieren. Nun ist es fünffach gesichert! Wir wollen es nicht beschwören, aber es muss verhext sein, wenn das Dach erneut einstürzten sollte..
Zur Feier des Tages gesellte sich ein Bäckerbock zu uns und wir genossen gemeinsam die Aussicht auf unseren *stabilen* Shelter!



Wir konnten es uns nicht verkneifen und mussten ein kleines Schwedenfeuer zur Einweihung entzünden. Es hat zwar nicht so gut geklappt, trotzdem brannte es und wir erfreuten uns an der kleinen Flamme und dem tollen Geruch, den wir beide so sehr vermisst hatten!

Wir danken euch von Herzen für eure tatkräftige und motivierte Unterstützung! <3
Bonus
Eine wunderbare Zeit geht nun zu Ende, doch wir sind für den gesamten Weg sehr dankbar und sind immer wieder aufs Neue erstaunt, was wir eigentlich in den Wald gezimmert haben. Naturensöhne… try us!
Wir bedanken uns für alle fleißigen Leser und für diejenigen, die immer gespannt auf ein Update von uns waren. Wir sind der Beweis für pure Frauenpower und dafür sind wir stolz auf uns beide! Auch hier nochmal einen letzten, herzlichen Dank für André und Gudrun, die uns am letzten Tag so tatkräftig zur Seite standen! Auch wenn zwei Gehirne nicht an alles denken konnten, so konnten vier starke Rücken umso mehr bewirken! <3
Und nun ist es endlich soweit: Unser Song „Green Raccoon Paradise“ ist fertig und mit einem Zusammenschnitt der gesamten Reise geschmückt! Genießt ihn, denn wir sind unfassbar stolz auf unsere Meisterwerke!
DANKE!
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