Vom Koppelverfall zum Koppelknall-1PS

16.04.2023 – „Startschuss“

Hallo zusammen,

wir sind Nancy und Katlen. In unserem Projekt geht es um die Umsiedlung der Tiere und Objekte auf eine neue alternative Koppel, aufgrund des Eigenbedarfs vom Verpächter.

Unser Projekt bietet uns diverse Möglichkeiten:

  • in der Natur aktiv tätig zu sein
  • arbeiten mit verschiedenen Materialien
  • Kontakt zum Tier
  • Möglichkeit, sich Handwerklich auszuprobieren

Im Verlauf dieses Projekts werden wir auf einige Einschränkungen stoßen. Insbesondere die Größe des Unterstands für die Tiere stellt eine Herausforderung dar, da sowohl der Abbau als auch der Wiederaufbau mindestens zwei Traktoren und zusätzliche Unterstützung erfordern.

Für unser Vorhaben benötigen wir:

  • Handschuhe
  • festes Schuhwerk
  • Traktor, Auto, Anhänger
  • Zangen, Hammer, Erdbohrer, Kettensäge oder Ähnliches
  • Rasentrimmer

Unsere Ziele beinhalten die ordnungsgemäße Rückgabe der Waldkoppel an den Verpächter, die Strukturierung der neuen alternativen Koppel unter Verwendung vorhandener Materialien sowie den Abbau aller transportablen Objekte zur Wiederverwendung.

Nun ist es aber an der Zeit, die ersten Eindrücke zu erleben.

23.04.2023 – „Startklar…Bereit…Action“

Heute haben wir beschlossen, dass die Unterstände der Pferde eine Art Luftveränderung brauchen – also haben wir angefangen, sie, so gut es ging abzubauen. Den Müll haben wir in nützliche Schätze und wertlosen Krempel sortiert.
Und plötzlich hatten wir tierischen Besuch von unseren waldigen Nachbarn – scheint, als hätten sie unseren Einsatz bewundert. Und ja, wir haben sogar ein paar Zäune geknackt – äh, abgebaut. Hier ist ein kleiner Blick darauf, was wir heute alles geschafft haben!

Wir sind mega happy mit unserer heutigen Leistung, aber auch total erschöpft.
Nach einem Tag wie diesem können wir nur sagen: Es kann nur besser werden. 🙂

30.04.2024 – „Mit Stil über die Felder“

Heute hatten wir uns vorgenommen, einen 180 kg schweren Bundeswehrschrank von der alten Koppel zur neuen zu transportieren. Das war eine Herausforderung, die uns vor eine echte Mammutaufgabe stellte, aber wir waren fest entschlossen, das Ding zu rocken. Das Einladen ins Auto lief wie am Schnürchen: Auto fast bis zum Platzen beladen, Schrank abkippen, versuchen zu halten, am Kofferraum ablegen und irgendwie reinquetschen. Gesagt, getan. Wir waren überglücklich und so was von siegessicher, dass wir den Schrank auch wieder ausladen und ins Sattelhäuschen hieven würden. Das Ausladen aus dem Auto klappte noch recht gut, aber den ganzen Koloss zu tragen oder zu schieben, war für uns einfach nicht drin. Aber aufgeben? Niemals! Also dachten wir uns, es wird Zeit für die Sackkarre und eine extra helfende Hand. Sackkarre und Unterstützung waren schnell organisiert, und irgendwie schafften wir es tatsächlich, den Schrank bis ins Häuschen zu wuchten. Doch was hätten wir vorher unbedingt tun sollen? Vielleicht die Höhe des Schranks messen, um sicherzustellen, dass er überhaupt ins Kabuff passt. Und da standen wir nun, verschwitzt und planlos im Häuschen. Wir waren echt enttäuscht, dass wir an dieser Herausforderung gescheitert waren. Die einzige Option schien darin zu bestehen, einen Balken aus der Decke zu sägen. Aber das war natürlich keine Entscheidung, die wir alleine treffen konnten. Daher liegt der Schrank jetzt erstmal quer auf dem Boden und macht es sich gemütlich.

Nach diesem schweißtreibenden Akt mussten wir uns erstmal stärken und unsere Frustration verarbeiten. Also ab zum nächsten Imbiss, um uns mit Döner zu trösten.

Um unsere Stimmung wieder zu heben, entschieden wir uns spontan für eine Runde Traktorfahren. Bei dem warmen Wetter und den durstigen Pferden war es ohnehin an der Zeit, den Tank wieder zu füllen. Also ab auf den Traktor und den Durst löschen.

Auch wenn heute nicht alles nach Plan lief, war es dennoch ein schöner Tag! 🙂

07.05.2023 – „Bundeswehrschrank steht, Koppel getrennt: Ein Tag voller Taten“

Durch das Heraussägen des Balkens steht der Bundeswehrschrank nun endlich und wir sind total glücklich darüber. Allerdings haben wir das nur mit tatkräftiger Unterstützung geschafft.

Danach haben wir uns entschieden, die Koppel zu trennen. Dafür haben wir sie in zwei Teile aufgeteilt und markiert. Das machen wir, damit die Pferde nicht überall herumlaufen und das Gras überall abfressen. Wenn sie das weiterhin tun würden, würden sie das Gras bis ganz unten abbeißen und die Pflanzen hätten ständig Stress, da sie immer wieder nachwachsen müssen.

Wir haben mit einem Erdbohrer Löcher von einem Meter Tiefe per Hand gebohrt, Balken eingesetzt und befestigt. Anschließend haben wir Zwischenstäbe im Abstand von 2-3 Metern eingesetzt, um das Stromseil besser zu spannen. In die großen Holzbalken haben wir jeweils drei Isolatoren untereinander gebohrt.

Dann kam das Seil zum Einsatz. Dabei ist es wichtig, dass eine Person das Seil an den Balken und den Zwischenstäben befestigt, während die andere Person das Seil von Hand abwickelt. Es ist wichtig, dass es sich nicht von alleine abwickeln lässt, sonst kann es schnell zu einem Seilwirrwarr kommen.

Jetzt, da die Koppel getrennt ist, können sich die Flächen, wo die Pferde jetzt nicht mehr stehen, besser erholen und haben wieder Zeit zum Wachsen. Wir können euch sagen, das Bohren mit dem Handbohrer ist echt anstrengend. Am nächsten Tag meldet sich der Muskelkater mit Sicherheit.

14.05.2024 „Vom Stromzaun zum Strand: Ein Tag mit Arbeit und Entspannung.“

Auf der Koppel hat uns Emil herzlich begrüßt. Nachdem wir ein paar Streicheleinheiten ausgetauscht hatten, ging es dann zur Sache. Heute wollten wir den Stromzaun von Gräsern und Brennnesseln befreien, um die Stromversorgung nicht zu unterbrechen. Ich schlage vor, dass ihr einen Trimmer für 1,5 Hektar verwendet, aber wir haben es stattdessen mit einer Mini-Sichel gemacht, bei 26 Grad. Keine Ahnung, was uns da geritten hat, aber es war definitiv eine Lernerfahrung!

Nach der mühsamen Arbeit war es an der Zeit für eine kleine Erfrischung. Also schnappten wir uns die Hunde und machten uns auf den Weg zum Strand. Sowohl die Vierbeiner als auch wir hatten sichtlich Spiel, Spaß und Freude!

21.05.2024 „Der heiße Draht“

Heute haben wir neue Strombänder verlegt, was relativ einfach von der Hand ging. Alte Bänder abknüppern und neue spannen -und siehe da, der Strom fließt! Allerdings ist es Wahnsinn, wie viel Zeit das kostet, und es liegen noch so einige Meterchen vor uns. Das werden wir dann aber an kühleren Tagen fortsetzen, denn bei 27 Grad und brütender Sonne war es doch ziemlich anstrengend.

28.05.2024 „Das gerettete Vogelnest – Ein Abenteuer auf der Koppel“

Beim Aufräumen der Koppel stießen wir auf etwas Unerwartetes. Unter einer der Pylonen entdeckten wir ein kleines Vogelnest mit Eiern. Fast hätten wir das Nest beim Wegräumen der Pylonen zerstört! Doch wir legten es schnell wieder an seinen Platz und waren von da an gespannt, ob die kleinen Vögelchen schlüpfen würden.

Jedes Mal, wenn wir uns zu unserem Projekt trafen, machten wir einen Abstecher zum Nest. Eines Tages sahen wir endlich, dass die Vögel geschlüpft waren. Ganz nackig und fast durchsichtig lagen die süßen Vögelchen im Nest. Von nun an beobachteten wir sie aufmerksam, um herauszufinden, wann sie groß genug wären, um fliegen zu lernen.

Schließlich war der große Tag gekommen. Die Vögelchen waren nun kräftig genug und es war Zeit, ihnen Starthilfe zu geben. Mit einem kleinen Anstupser halfen wir ihnen, ihre ersten Flügelschläge zu wagen und ins Freie zu fliegen. Es war ein wundervoller Moment, als wir sahen, wie sie in die Freiheit starteten.

11.06.2024 „Ein Tag voller Pannen“

Heute ging alles schief, was nur schiefgehen konnte. Erst sorgte der Regen dafür, dass wir wie begossene Pudel dastanden. Dann hat sich unser Bohrer beim 25. Pfahl einfach verabschiedet. Dabei sind die Löcher für den neuen Stromzaun entscheidend, damit er nicht aus den vorgegebenen Einkerbungen herausspringt. Das Bohren durch das einfache Plastik war überraschend anstrengend. Wir mussten ständig den Bohrer wechseln, da wir nach jedem zweiten Loch schlappmachten. (Es müssen in jeden Pfahl drei Löcher gebohrt werden) Jetzt warten noch 75 bis 100 Pfähle auf ihre Löcher. Aber Arbeit gab es ja noch zu genüge, wie das Trimmen der Brennnesseln für die Pferde. Doch auch dabei lief nicht alles glatt, da der Freischneider nach kurzer Zeit keine Schnur mehr hatte. Zu guter Letzt hat sich auch noch die Freischneiderschnur verabschiedet.

Vorher…
Nacher

18.06.2024 Ängste überwunden mit Spaß: „Erlebnisbericht mit Lima und Honey“

Heute war der große Moment gekommen: Ich sollte wieder auf ein Pferd steigen. Als Kind hatte ich ab und an auf dem Pferd meiner Cousine gesessen, bis ein Sturz meine Begeisterung in Angst verwandelte. Ihr könnt euch also vorstellen, wie nervös ich war. Zum Glück war Nancy optimistisch und ermutigte mich ständig, dass ich keine Angst haben müsse. Sie sprach mir Mut zu, war voller Zuversicht und versprach, dass alles gut gehen würde.

Als erstes begannen wir, die Pferde für unseren Ausritt vorzubereiten. Wir bürsteten sie, säuberten die Hufe und legten Sattel und Geschirr an. Nachdem Lima ausgehfertig war, bekam ich eine lange Leine um einige Runden mit ihr zu gehen und ein Gefühl für sie zu bekommen. Dabei wurde mir ganz anders – dieses große Tier neben mir und ich sollte die Kontrolle behalten.

Nancy hatte inzwischen auch ihr Pferd Honey fertiggemacht und wir brachen zum Wasser auf. Anfangs führten wir die Pferde nur an der Leine. Nach einer Weile ermutigte Nancy mich, auf Lima aufzusteigen. Überraschenderweise löste sich meine Anspannung und Angst, sobald ich im Sattel saß. Ich fühlte mich sicherer. Wenn ich neben den Pferden herlief, hatte ich ständig das Gefühl, dass sie mich jederzeit treten oder beißen könnten, da ich ihnen sozusagen Angriffsfläche bot. Sobald ich jedoch auf dem Pferd saß, fühlte ich mich sicherer, weil ich wusste, dass sie mir aus dieser Position erstmal nichts antun können.

Meine Angst vor einem erneuten Sturz war verflogen, was ich Nancys beruhigenden Worten verdankte. Sie kannte ihre Pferde gut und beruhigte mich immer wieder. Es war erstaunlich, wie schnell ich mich entspannt fühlte und meine Sorgen vergaß, während ich auf Lima saß. Nur beim Absteigen war mir wieder etwas mulmig, aber auch das legte sich bald.

Im Laufe des Ausritts baute ich Vertrauen zu Lima auf und fühlte mich immer sicherer. Am Ende des Tages war ich Nancy zutiefst dankbar. Es war beeindruckend, wie sie zwei Pferde gleichzeitig managte und mir dabei half, meine Ängste zu überwinden. Sie machte diesen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis für mich.

Abschließend möchten wir euch noch einen kleinen Einblick in das Abenteuer mit Lima und Honey geben.


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Kommentare

Eine Antwort zu „Vom Koppelverfall zum Koppelknall-1PS“

  1. Avatar von admin

    Cool, was ihr so alles erlebt und wer euch so besucht. Lebendiger Blog!

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