Mit dem Beginn des heutigen Tages startete auch das Gartenprojekt. Ich habe mir hierfür in den nächsten Wochen vorgenommen, ein ökologisches(!) Beet anzulegen. Dies möchte ich auf einer Fläche in meinem heimischen Garten realisieren, wozu ich eine ehemalige Fläche reaktivieren möchte. So begann ich heute erst ein mal mit den Umgrabungsarbeiten (1).


Inmitten der Umgrabungsarbeiten begegneten mir unzählige Regenwürmer, die mit der gestrigen Witterungslage nun besonders aktiv waren. Einige Regenwurm Exemplare hatten eine stolze Länge, sodass ich mich gezwungen sah dies zu dokumentieren (2).

In den Umgrabungsarbeiten fand ich auch einen äußerst großen Löwenzahn mit entsprechender Wurzel. Herr Preißler erzählte uns in unserer letzten Biologiestunde davon, dass sich aus der Wurzel in Kombination mit Vodka eine Löwenzahntinktur herstellen lässt. Da dies ein ökologisches Projekt ist, habe ich die Pflanze erhalten und umgesiedelt – eventuell auch für eine Tinkturbehandlung;). Ich entschloss mich zuletzt dazu, den Boden aufzulockern, da ich die Erde bei der Umgrabung wieder festgetreten hatte. (4)

Damit endete der erste Tag des Projektes.
Update 27.04 🐌🌻👨🏽🌾
Nachdem ich letzte Woche den Boden für das Beet geebnet habe, möchte ich diesen Donnerstag zuerst etwas die Begrifflichkeiten des Projekts nach schärfen. Mit dem Begriff ökologisch verbinde ich den Ausdruck, schonend mit der Umwelt und deren Pflanzen und Ressourcen umzugehen.
Bezogen auf mein Gartenprojekt möchte ich daher alles so wenig vorbelastet wie möglich an Pflanzensamen einkaufen und auf natürliche Dünger setzen, deren Produktion ich selbst in diesem Projekt umsetze. Ich denke, dass dies gerade in der jetzigen Zeit immer wichtiger wird und möchte daher mit meinem Projekt einen Anreiz für alle schaffen. Ich möchte mich auch die Permakultur mit einfließen lassen, da ich diese als natürlichen und wichtigen Baustein für mein Projekt ansehe.
Ich habe am heutigen Donnerstag damit begonnen, den Brennnessel Dünger herzustellen, umgangssprachlich auch als „Brennnesseljauche“ bekannt. Die umgangssprachliche Bezeichnung lässt bereits erahnen das dies kein ansehnlicher Geruch ist. Dennoch ist diese, wenn man es mit Nachhaltigkeit wirklich ernst meint, unverzichtbar. Ich möchte daher an dieser Stelle einige Vorteile auflisten:
Aufwertung des Bodens durch Anreicherung mit Stickstoff und Kalium.
Wirksame Bekämpfung von Milben, Spinnmilben, Blattläusen und anderen Schädlingen auf Pflanzen und im Rasen
Wirksames Vertreiben von Wühlmäusen, hierzu ist mehrfacher Einsatz notwendig
Bekämpfung von Pilzbefall an den Pflanzen und dem umliegenden Boden
Natürliche, biologische Düngung / Umweltschonende Düngung
Schädlings- und Pilzbekämpfung
Kostenlos bei Eigenherstellung
preiswert beim Kauf von Konzentraten
Mehrfach einsetzbar, ohne den Geschmack des behandelten Gemüses zu beeinträchtigen


Doch der Einsatz des Brennnessel Gebräus hat auch einige erwähnenswerte Nachteile:
Bei zu hoher Konzentration wird Brennesseljauche sehr scharf und Bedarf vor ihrem Einsatz einer massiven Verdünnung mit Wasser
Brennesseljauche ist für Allergiker nur mit Schutzmaßnahmen wie Handschuhen, festem Schuhwerk und dicker Kleidung einzusetzen
Nicht während Sonnenschein einzusetzen, da darunter die Blätter der Pflanzen leiden und verbrennen
Herstellung des Brennnessel Gebräus:
Standort wählen umso Sonniger umso schneller ist der Gärungsprozess
Brennnesseln kurz über dem Boden abschneiden (200g bis 1kg)
Brennnesseln ganz oder zerkleinert in ein Gefäß geben.
Die Brennnesseln mit der gewünschten Menge Wasser vermischen Gefäß mit einem Holzbrett abdecken
Warten und täglich umrühren
Anmerkung: Als Gefäß könnt ihr nahezu alles nehmen, Holz, Plastik oder Glas, die einzige Bedingung ist ein Fassungsvermögen von mindestens 12 Litern.


Woran stellt man fest, dass die Jauche fertig ist?
Nach 1 bis 2 Wochen und täglichen Umrühren sollten keine Bläschen mehr vorhanden sein außerdem haben sich die Brennnesselblätter stark zersetzt und die Flüssigkeit hat sich dunkel verfärbt.
Wie setzt man den Brennnessel-Dünger fachgerecht ein?
Der Dünger muss zunächst abgesiebt werden, dabei kommen die zersetzten Pflanzenteile auf den Kompost, da lediglich die Flüssigkeit als Dünger dient. Im letzten Schritt wird diese in folgenden Verhältnissen verdünnt:
ältere, etablierte Pflanzen sowie starkzehrende Gemüse 1:10
Jungpflanzen und Setzlinge 1:2
Rasen 1:50
Es empfiehlt sich, die Pflanzen einmal pro Woche bzw. alle zwei Wochen mit dem Dünger zu versorgen (ersteres gilt für sogenannte „Starkzehrer“).
Das Tolle ist, dass Schädlinge ebenfalls durch den Dünger bekämpft werden und dies ganz ohne Pestizide oder andere toxische Substanzen.
Für weitere Infos könnt Ihr diesem Links folgen:
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Brennnesseljauche-herstellen-und-als-Bio-Duenger-
http://verwenden,brennnessel103.html https://www.gartenjournal.net/brennesseljauche
Update 25.05 🫎🌻🥕
Nachdem ich die letzten 2 Wochen leider krankgeschrieben war und die letzte Woche ein Feiertag war, kann es nun endlich weitergehen mit dem Ökologischen Fanatismus. Der Nährboden und der Brennnessel Punsch sind inzwischen einsatzbereit. Damit ist es am heutigen Tage so weit, jetzt endlich die Pflanzen zu besorgen. Ich bin hierfür in eine Gärtnerei gefahren, die sich im verwandtschaftlichem Besitz befindet, um dort die Pflanzen zu kaufen.


Hier seht ihr den Beginn des Einkaufs. Im Gegensatz zu Frau Baerbock vollführen meine ökologischen Pflanzen keine 360° Wende.
Ich habe die Pflanzen mit Bedacht ausgewählt und die Erfahrungen der letzten Jahre berücksichtigt. Wir besitzen unseren Garten seit über 15 Jahren und wissen daher, was auf unserem besonderen Brandenburger Boden wächst und was nicht. Dies gehört für mich auch zu einem ökologischen Grundgedanken hinzu.

Für das Anlocken von Bienen und Schmetterlingen eignet sich die Margerite (Leucanthemum) besonders gut. In unserem Garten ist diese Pflanze bereits an einigen anderen Stellen etabliert.
Ich komme an dieser Stelle auch nun schon zum Gesamteinkaufsbild, in der nächsten Woche kommt dann das Update zum Einsetzen der Pflanzen sowie meinen Hintergedanken untermauert mit Fachwissen (wieso, weshalb, warum?).

Ps. leider hat es die Tomate nicht mehr auf das Bild geschafft. :,)
Update 1. Juni 2023 🍎🦌🌽
Nach dem heute der meteorologische Sommeranfang ist, ist es nun so weit die Pflanzen einzusetzen und dies zu dokumentieren. Ich konnte hierbei leider nicht jeden einzelnen Schritt fotografieren, da ich der Alleingestalter dieses Projektes bin und dies bekanntlich etwas schwierig ist zu zeigen. Ich habe jedoch so viel einfangen können, dass der Prozess für jeden ersichtlich und verständlich ist!:)
Schritt 1: im ersten Schritt habe ich jede Pflanze an ihren Platz gestellt um zu sehen, ob der vorhandene Platz ausreicht und alle auch genügen Licht und Platz zum Wachsen haben.


Es hat einige Zeit gedauert, bis jede Pflanze ihren Platz gefunden hatte und ich zufrieden mit deren Aufstellung war.
Schritt 2: im zweiten Schritt habe ich jede Pflanze eingegraben. Diesen Schritt habe ich wie oben beschrieben nicht dokumentiert, zeige euch jedoch an dieser Stelle das fertige Resultat:

Schritt 3: im dritten Schritt habe ich den Boden des Beetes mit Stroh gemulcht. Stroh hilft ebenso wie Gras den Boden feucht zu halten und hochkommendes Unkraut zu unterdrücken. Ebenso speichert es die Wärme im Boden und gibt Nährstoffe ab. Gerade für ein Gemüsebeet ist dies ein echter Cheat Code, da das wilde Gemüse total darauf abfährt. Stroh eignet sich auch in der Eigenschaft, dass es langsam verrottet. Dies ist gerade für Beete gut, die immer wieder bepflanzt werden, da man hier weniger nach Mulchen muss.
Einen Nachteil hat es jedoch, da Stroh dem Boden Stickstoff entzieht und dieser durch Dünger wieder hinzugefügt werden muss. Hierfür eignet sich z.B. der in Woche 2. Hergestellte Brennnessel Dünger. In Brennnesseljauche liegt der Stickstoffgehalt in der Regel zwischen 1 % bis 3 %. Dies entspricht pro Liter Obelix Pflanzenzaubertrunk etwa 10 bis 30 Gramm Stickstoff. Wer sich hierzu weiter Informieren möchte: https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/gemuesebeet-mulchen-mulch-gras-stroh-holzschnitt-100.html

In meinem Fall hatten wir noch genügen Stroh. Für den Transport könnt ihr nahezu alles nehmen. Schubkarre, Eimer oder per Esel-schnell-Transport.

Schritt 4: im Schritt 4 habe ich alle Pflanzen gegossen, mit dem Wasser aus unseren Regentonnen. Dies kann ich auch nur jedem Empfehlen, der die Möglichkeiten dazu hat. Denn dies ist nicht nur kostengünstiger – gerade in Zeiten von wirtschaftlichen Sanktionen und Inflation – es hat auch noch den bescheidenen Vorteil, dass es kaum den pH-Wert beeinflusst. Ihr könnt euch bei Interesse bei diesem Link oder eigener Google Recherche informieren.
Bis nächste Woche!
Update 8. Juni 2023 🐌🫎🌻
Mit dem heutigen Tag endet das Projekt und ich möchte damit nun zeigen, wie es den Pflanzen und dem Projekt inzwischen geht und ein Fazit ziehen.



Vielen Pflanzen geht es gut, wie man auf den Bildern sehen kann. Jedoch hat sich auch eine unerwünschte Horde von Blattläusen die Margerite etwas in Mitleidenschaft gezogen. Dies ist nicht verwunderlich, auch wenn die Margerite sehr robust wirkt, wird diese oft zum Opfer von Pilzkrankheiten und Schädlingen. Das Tolle hierbei ist jedoch, dass der Brennesseltrunk gegen Blattläuse auch äußerst wirksam ist.

Ich möchte an dieser Stelle zu meinem Fazit kommen: Ich habe in diesem Projekt trotz der Tatsache, dass wir auf unserem Grundstück viele Pflanzen ökologisch anbauen und ernten, einige interessante Sachen gelernt, die ich ohne dieses Projekt nicht gelernt hätte. Am meisten begeistert mich jedoch der Punkt, dass uns die Natur so viel kostenlos zur Verfügung stellt, um den ökologischen Gedanken umzusetzen und wir nur offen dafür sein müssen, diese zu sehen und anzunehmen. In der Regel ist es auch so, dass geerntete Früchte, Kräuter, Obst oder Gemüse von einer viel höheren Qualität sind als das gespritzte und streckenweise genmanipulierte Essen aus dem Einkaufsladen. Wer also in Zeiten wie diesen trotz steigender Preise und politischem Wahnsinn seine Lebensqualität steigern möchte, ist mit einem ökologischen Garten gut beraten! 😀
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