Abenteuerprojekte am und im Schulgarten

Am Donnerstag den 16.04.2026, betrachteten Eddy und Laura den Schuppen des Wildniskurses. Unser Gedanke: was für eine Katastrophe. Ein Blick dort hinein reichte für eine Reizüberflutung. Alles lag verstreut rum und wenn etwas von ganz hinten benötigt wurde, musste man durchbalancieren. Auch die Schränke auf der rechten Seite waren nicht mehr zugänglich. Man musste über einen Reifen klettern, um an diese zu gelangen. Außerdem lag alles verteilt oben drauf, anstatt ordentlich einsortiert. Die Lösung: Alles muss raus!

Die Verzweiflung stand in unseren Gesichtern geschrieben. Wir stapelten alles vor dem Schuppen. Dabei überwindete ich meine Angst vor Spinnen. Ich habe ein paar gesehen und reagierte dezent panisch, als ich in Spinnenweben griff aber ich habe weitergemacht und mich davon nicht aufhalten lassen. Ich wusste gar nicht, dass wir so viele Kochutensielen haben. Ich fand alte Zwiebeln in den Typischen Netzen. Sie sorgten für verwunderung. Der Hauptbestandteil war verschwunden und es hinterblieb nur die blättrige Schale. Für dieses Phänomen gibt es verschiedene Gründe. Entweder war es im Schuppen sehr trocken, weshalb die einzelnen Zwiebelschichten zusammenschrupften und im inneren ein winziger staubklumpen hinterblieb. Da die letzten Monate aber sehr kalt und nass waren, denke ich das nicht. Die zweite Variante könnte sein, dass die Zwiebeln mal Feucht wurden. Bakterien oder Pilze könnten dann das Innere der Zwiebel zersetzt und verflüssigt haben. Wenn diese Flüssigkeit dann über die Zeit abfließt oder verdunstet, bleibt ebenfalls nur die trockene, „unverdauliche“ Schale übrig. Aber eine angetrocknete Flüssigkeit, habe ich nicht gesehen. Eine weitere Erklärung dafür könnten Insekten sein. Manche Schädlinge fressen das saftige Innere der Zwiebel heraus, lassen aber die bittere, trockene Schale liegen.

Wir befreiten auch die riesige Tischplatte, die an der Wand gelehnt stand. In der Pause besorgte ich auch die passenden Schrauben, um die Beine zu besfestigen. Ich sortierte den ganzen Müll in verschiedenen Säcken. Ich fand versteinerte Mandelmasse aus Schweden und unzählige abgelaufene Lebensmittel. In der Zeit hat Eddy den Schuppen ausgefegt. Eine graue Wolke versteckte ihn. Und irgendwann war der Moment erreicht, als alles zu viel war. Irgendwann kam dieser eine Moment, in dem wir mitten im Schuppen standen und einfach den Überblick verloren haben. Kennst du das, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht? Wir starrten auf den restlichen Inhalt und wussten weder vor noch zurück.​ Bevor die Stimmung kippte, haben wir die Reißleine gezogen: Pause. Erstmal raus aus dem Chaos, tief durchatmen, kurz wegkommen. Und siehe da: Mit ein bisschen Abstand und frischer Energie sah die Welt (und der Schuppen) schon ganz anders aus. Danach ging es mit neuem Fokus weiter. Ich besorgte einen Lappen mit Spülmittel und Wasser mit einer Schüssel, welche ich im Schuppen gefunden habe und wischte die ganzen Schränke von innen und außen. Danach habe ich alles ordentlich einsortiert. Zum Vorschein kamen unzählige erste Hilfe Sets und Schnitzutensilien. Das fand ich sehr beeindruckend. Auch die restlichen Lebensmittel haben ihren Platz gefunden. Danach haben wir die Weidenstämme eingeräumt, welche Eddy und Andre zuvor mit der Motorsäge zerkleinert haben. Auch das Kanu hat einen beeindruckenden Platz in der Höhe gefunden. Nun steht es nicht einfach mitten im Raum, sondern schwebt wie auf magischer Weise in der Luft. Der Raum wirkt nun viel heller, größer und friedlicher und fast alles hat seinen geordneten Platz.

Unser Gefühl danach: Wir hätten niemals gedacht, es in den paar Stunden zu schaffen. Und auch nach dem einräumen noch so viel freien Platz zur Verfügung zu haben. Dementsprechend war es ein sehr befreiendes Gefühl. Wir haben es wirklich geschafft und ich war für den Rest des Tages total ausgeglichen und einfach nur glücklich.

Am Donnerstag, den 23.04.2026 begann der Wildniskurs ab dem 3. Block. Dort entschieden Eddy und ich eine schwedische Spannsäge zu bauen. Andre meinte, dass er früher mal eine Skizze dafür angefertigt hatte aber er wusste nicht mehr, wo sie im sein könnte. Da ich die Schränke im Bootshaus neu eingeräumt habe, hatte ich eine Vermutung, dass sie zusammen mit einem Songtext in der Klarsichtfolie liegen könnten. ich hab sie tatsächlich gefunden und wir konnten anfangen. Dafür Sägten wir einen Stamm auf die richtige länge und spalteten die beiden Hälften in der Mitte. Daraus entstanden die ersten 4 Rohlinge. Danach ging es das erste mal ans Shave horse (Schnitzbank) und ich bearbeitete ein Stück zu einem glatten und ebenmäßigen Rechteck. Dies hatte ich vorher abgemessen und aufgezeichnet, um nicht zu viel abzuhobeln. Die Klinge ging durch wie Butter und es hat spaß gemacht, die ersten Ergebnisse zu sehen. Doch dann ein immer wiederkommendes Problem: mein Stück Holz hatte Verästungen, an denen ich ständig hängen geblieben bin, da diese härter als der Rest sind. Durch kraft ist das Holz an dieser Stelle gesplittert und ich habe mir tiefe Einkerbungen geschaffen. Also musste ich immer mehr Holz abtragen, um diese Ungleichheiten auszubessern.

Shave Horse

Am 30.04.2026 stand wieder der ganze Tag Wildniskurs auf dem Plan. Also habe ich mir mein Shave Hose aufgebaut und beide Holzteile bearbeitet. Mit dem Schnitzmesser habe ich noch vereinzelte Unebenheiten nachgebessert. Dieser Prozess hat mir zu lange gedauert, sodass ich eine Pause brauchte. Ich schnappte mir die Sommerskier und Amelie und zusammen machten wir damit die Insel unsicher:) dies war mein drittes Mal auf diesen überdimensionalen Inline-Skates. Es war angenehm warm und die Sonne schien, dazu die verunsicherten, fragenden und belustigten Gesichter der Menschen, die uns gesehen haben. Wir fuhren auf dem Sandweg, entlang Richtung Inselspitze, nahmen den kleinen Hügel mit und fuhren diesen unfallfrei hinab. Danach sind wir wieder zurück und sind am Haus 9 eingebogen und die Straße entlang zum Schulgarten langgefahren. Bisher war ich noch nie damit auf der Straße, weil ich mich nicht sicher gefühlt habe und das Gefühl hatte, nicht bremsen zu können – außer wenn ich die Stöcker in den Boden gerammt habe. Doch diesmal war ich richtig sicher und schnell unterwegs.

Danach widmete ich meiner werdenden Säge meine Aufmerksamkeit. Mit Andrees Hilfe habe ich die Holzteile ausgemessen und Löcher reingebohrt. Danach hat Andree die Enden mit der Kreissäge abgeschnitten, damit diese glatt sind. Ich hatte mich da nicht rangetraut. Doch den Schnitt in der Mitte habe ich gemacht, nachdem wir die Hölzer gut an dem Shave Horse eingespannt haben. Zuletzt fehlte nur noch der Einschnitt mit der Japansäge, damit das Sägeblatt in den Hölzern rotieren kann. Auch da war alles gut am Shave Horse befestigt und eingespannt.

An den nächsten 3 folgenden Wildnistagen, bin ich viel Sommerski gefahren und habe mich darin stark verbessert. Ich bin nun nicht mehr so wackelig und unsicher darauf aber an die Geschwindigkeit von Andre komme ich immernoch nicht ran. Dafür habe ich mich getraut einen kleinen Hügel runterzufahren, hat auch fast gut funktioniert…:

Video

Am 07.05 kam eine Influenzerin namens „Pretty Potsdam“ zu uns und hat unseren Kurs kurz gefilmt. Das war sehr aufregend und ich konnte ich mein Nålbinding Projekt zeigen. Das hatte ich auch im Kurs weitergemacht. Es soll eine handstulpe werden, wenn es fertig ist. Nun fehlen nur noch die Reihen wo ich das Loch einarbeite.

An meiner säge habe ich natürlich auch fleißig weitergearbeitet. Mithilfe der Kreissäge, könnte ich den Schlitz nochmal tiefer nacharbeiten, sodass das Sägeblatt nun vollständig darin verschwindet und geschützt wird. Die Löcher stimmen auch genau mit den Löchern des Sägeblattes überein. Jetzt fehlt nur noch der Steg – also das mittelstück.

Bei Amelie habe ich mir angeschaut wie sie Brettchen angefertigt hat und habe darauf auch Lust bekommen. Also musste ersteinmal ein großer Holzklotz gespalten und zersägt werden. Das war harte Arbeit, hat sich aber gelohnt. Danach ging es mit unseren Rohlingen an das Shave-horse und die rauen und unebenen Kanten konnten so geglättet werden.

Außerdem habe ich mich in was ganz neuem ausprobiert. Ich habe eine Figur geschnitzt. Bisher hatte ich nur einen Pilz, ein Buttermesser und zwei Löffel geschnitzt. Aber mein kleiner filigraner Wichtel war mal was ganz anderes.


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