Von der Wiese in den Mund
Wer kennt es nicht? Der Kühlschrank ist leer, der Magen knurrt, aber eigentlich will man nicht noch einmal in den überfüllten Supermarkt der nächsten Straße gehen. Ein Spaziergang durch die heimischen Wiesen könnte dabei nicht schaden und schnell Abhilfe schaffen. Genau darum ging es an unserem ersten Tag unserer kleinen Wildkräuterreise. Unser Ziel war es, einen schmackhaften und vor allem auch gesunden Salat bestehend aus Wildkräutern herzustellen. Doch wie fängt man damit an, auf die Wiese und dann alles rein in den Mund? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Zunächst haben wir jedes Pflänzchen genau angeschaut. Wie heißt es? Ist es essbar? Welche Bestimmungsmerkmale hat es? Und wofür kann man es überhaupt verwenden- in der Küche oder sogar als Heilkraut?

Mit offenen Augen und gespitzten Ohren durchstreiften wir unsere Umgebung mit den großflächigen Wiesen der Insel Hermannswerder. Wir staunten nicht schlecht als wir feststellten, wie viele essbare Kräuter wir fanden, je mit ganz unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Schlussendlich entschieden wir uns für fünf ganz besondere Kandidaten. Unsere Auswahl viel auf Tellerkraut, Giersch, Vogelmiere…. Doch die weiteren Zutaten sind geheim, zumindest jetzt noch😉 Vielleicht findet ihr anhand unseres Rätsels die zwei fehlenden Kräuter heraus. Zur Hilfe könnt ihr das Bild mit den Pflanzen verwenden:
Ich rieche nach Anis, schmecke süß und fein, meine Blätter laden zum Naschen ein. Im Kräuterbeet bin ich zu Haus- wer findet meinen Namen raus?
Ich klammer mich an dir ganz sacht, hab kleine Haken, geb gut acht. An deiner Hose bleib ich kleben- wie heiß ich wohl in meinem Leben?

Na konntet ihr es erraten? Überprüft euer Wissen gerne anhand des Lösungsbildes am Ende unseres Blogeintrags.
Das war natürlich noch nicht das ganze Rezept. In unserer Gruppe gibt es einige Käseliebhaber, weswegen eine große Menge Fetakäse natürlich nicht fehlen durfte. Geht natürlich auch ohne 😉 Dazu noch eine Handvoll Pinienkerne, Olivenöl und fürs Auge einige rote Taubnesseln und eine sonnengelbe Ahornblüte. Schnell noch alles abwaschen. Dann hieß es nur noch auf die Plätze fertig los, Löffel geschnappt und rein in den Mund. Natürlich mit viel Genuss und dem Wissen, dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Danach hatten wir sogar ein bisschen das Gefühl die Kraft der Kräuter in uns zu spüren.


Beim nächsten Mal darf ein passender Zaubertrank mit geheimnisvollen Kräften natürlich nicht fehlen. Also begleitet uns gerne auch beim nächsten Mal, falls ihr der nächste Obelix werden möchtet.
Auflösung:

Zwischen Rauch und Trank
Heute soll es darum gehen, eine eigene Kräuterlimonade herzustellen. Doch Moment, bevor wir die Gelegenheit wieder verpassen uns und unser Projekt kurz vorzustellen, nutzen wir doch diesen kurzen Augenblick dafür. Wie sind die vier Kräuterfeen Leila, Michaela, Marika und Hanna. Unsere Herausforderung ist es, herauszufinden, was man alles rund um das Thema Wildkräuter machen kann und unsere grüne Umgebung besser kennenzulernen. Von Blumendruck bis Kräuterbutter ist dabei alles dabei. Also begleitet uns gerne auf unser grünen wilden Reise. So jetzt ist aber genug mit dem höfflichen Geplänkel und los geht´s! Es gibt wieder viel zu tun 😉
Mit Freude stellten wir fest, dass die ersten Sonnenstrahlen für kuschelig warme Temperaturen sorgten. Was könnte es da Schöneres geben, als eine kalte erfrischende Limonade um auf die milde Frühlingsluft anzustoßen. Doch funktioniert das überhaupt, eine Limonade ohne eine frische Scheibe Zitrone oder Orange? Na klar! Für die Limonade benötigten wir nur drei Zutaten: Gundermann, Süßdolde und Giersch. Die Kräuter waren schnell gefunden und gepflückt. Auf dem folgenden Bild ist Giersch abgebildet.

Auf unserem kleinen Spaziergang begegneten uns unzählige grauhaarige Pusteblumen. Manche erzählen sich, dass man sich etwas wünschen kann, wenn man jene Früchte in den Wind bläst. Das versuchten wir auch, aber die Wünsche, die darf man natürlich, wie das so ist, nicht verraten 😉 Vielleicht denkt ihr ja bei eurem nächste Spaziergang auch an die kleinen Wunscherfüller und probiert es aus. Was würdet ihr euch wünschen?

Wir zerkleinert die Kräuter unseres Elexiers vorsichtig und gaben sie in ausreichend viel Wasser. Dann hieß es nur noch abwarten, für ungefähr eine halbe Stunde.

Im Anschluss wurden alle zusammengetrommelt und wir stießen gemeinsam an.


Das war natürlich noch nicht alles für diesen Tag. Um am Ende unseres kleinen Kräuterprojektes das Gelernte und Geschaffene von uns und von den weiteren vielfältigen Projekten unseres Wildniskurses zu feiern, beschlossen wir, einen kleinen Räucherstab für diesen Abschluss vorzubereiten. Dafür sammelten wir viele verschiedene Kräuter und wohlriechende Pflanzen. Besonders achteten wir darauf, dass die Pflanzen ätherische Öle enthalten, damit der Räucherstab letztendlich viele unterschiedliche Düfte enthält. Als Grundlage nutzten wir vor allem Knoblauchrauke, da diese besonders gut länglich angeordnet werden kann und so alle anderen Pflanzen und Kräuter drum herum gewickelt werden können. Der altbekannte Gundermann durfte dabei natürlich nicht fehlen. Zusätzlich dazu fügten wir dem Räucherstab Flieder, Klettenlabkraut und Süßdolde hinzu.

Damit alles schön hält, noch einige lose Gräser drum herum binden. Dabei ist es jedoch wichtig, dass alles wirklich fest zusammengebunden ist, um den Stab später gut anzünden zu können und ihn trocknen zu lassen.

Doch wo kommt die Tradition des Räucherns überhaupt her?
Das Räuchern von Kräutern und Harzen hat eine lange Tradition. Irene Hager, Sachbuchautorin im Bereich Kräuterkunde und freischaffende Museumspädagogin schreibt dazu, dass es bereits Hinweise des Räucherns im alten Testament gäbe.
„ Und der Herr sprach zu Mose: Nimm dir Gewürze; Balsamharz, Myrre, Galbanharz und reinen Weihrauch, von einem so viel wie vom andern, und mache Räucherwerk daraus.“ (Exodus 30, 34-35)
In der griechischen Antike gab es darüber hinaus einen Dichter Namens Homer, der über duftende Altäre schrieb. Berichtet wird dabei vor allem von Kräutern wie Zeder, Wacholder, Myrte und Weihrauch. Diese Kräuter wurden in sogenannte Thymiaterien (Räuchergefäß) getan und verbrannt. Zusätzlich dazu sollen Lorbeerblätter in der Weissagungsstätte (das Orakel von Delphie) des antiken Griechenlands verbrannt worden sein, um die „Seherinnen“ in ihren Visionen zu unterstützen (vgl. Hager, I., 12.12.2018).
Auch bei den Römern, hatte das Verbrennen von Kräutern eine religiös- spirituelle Bedeutung. So wurde daran geglaubt, dass das Verbrennen von Räucherwerk die Götter gnädig stimmen würde und Wünsche in Erfüllung gehen (vgl. ebd.).
Als besonders kostbar galt Weihrauch und Myrre. Diese zwei Harze stammen von Bäumen aus der Familie der Balsambaumgewächse, welche in Wüsten wachsen und besonders gut mit Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Die Harze galten als großer Reichtum und wurden von den Arabern über die Weihrauchstraße gehandelt (vgl. ebd.)


Auch in indischen Tempeln von Brahma, Vishnu, Krishna und Shiva wurden Räucheropfer dargebracht. Darüber hinaus werden Kräuter auch im Buddhismus beispielsweise beim rezitieren von heiligen Texten und bei der Meditation angezündet (vgl. ebd.)
Auch bei den indigenen Völkern Nordamerikas wurde zu vielen Ritualen und Zeremonien geräuchert. Zum einen um eine angenehme Stimmung in den Zelten zu schaffen, zum anderen aber auch um Kranke zu heilen. Hier galten vor allem Kräuter wie Salbei, Prärie- Beifuß und Süßgras als heilige Pflanzen (vgl. ebd.).
Deutlich wird vor allem, dass das Räuchern für viele Kulturen eine Möglichkeit war, sich religiös und spirituell mit dem Göttlichen und der Natur zu verbinden und das eigene Bewusstsein zu erweitern (vgl. ebd.).
Diese Informationen stammen von folgender Website:
Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit dem Räuchern von Kräutern gemacht? Wenn ja, wozu nutzt ihr das Räuchern? Schreibt es uns gerne in die Kommentare 🙂
Beim nächsten Mal werden wir ordentlich ins Schwitzen kommen, wenn wir versuchen, selber Butter herzustellen, indem wir sie schütteln. Wie genau das funktioniert, seht ihr in unserem nächsten Blogeintrag. Außerdem wird es pickzig und ihr werdet erfahren, wie ihr Brennesseln für eine leckere Suppe mit der bloßen Hand pflücken könnt, ohne euch weh zu tun. Bis zum nächsten Mal 🙂
Alles in Butter
Also, wer gerne ein neues Workout für die Arme benötigt ist hier heute goldrichtig. Unser Ziel war es Kräuterbutter durch schütteln selbst herzustellen. Dafür brauchten wir natürlich ordentlich Knoblauch. Besonders gut eignet sich dafür, wie der Name schon sagt die Knoblauchrauke. Beim Sammeln ist uns aufgefallen, dass sich der Geschmack der Knoblauchrauke schon innerhalb von einer Woche verändert hat und mittlerweile (Mitte Mai) nicht mehr ganz so intensiv schmeckt, wie zu Beginn des Monats. Den Zweck für die Kräuterbutter, erfüllt das Kräutlein oder besser gesagt deren Blätter dennoch. Natürlich wird alles wieder gut abgewaschen.

Da das Auge wie man so schön sagt mitisst, darf eine passende Dekoration der Kräuterbutter zusammen mit dem leckeren Brot natürlich nicht fehlen. Dafür durften dieses Mal die einzeln abgezupften Blüten des Löwenzahns und die Blütenköpfe der Graukresse herhalten. Aber schaut selbst:

Doch wie haben wir die Butter nun eigentlich hergestellt und die viel wichtigere Frage, haben wir dadurch Muskelkater bekommen? Also zunächst einmal haben wir die süße Sahne in ein fest verschraubbares Gefäß gefüllt und einfach mal drauf losgeschüttelt. Nach einer gewissen Zeit sah die Sahne zwar aus, wie von einem leckeren Latte Macchiato, aber so richtig fest wollte sie nicht werden. Also schnell noch einmal das Handy gezückt und Recherche betrieben. Wir fanden dabei heraus, dass das Gefäß nur zu ungefähr einem Fünftel befüllt werden darf, um einen schlagfertigen Effekt zu erzeugen.

Wir schüttelten und schüttelten. Immer wieder öffneten wir das Gefäß und überprüften unseren Fortschritt. Der blieb nicht aus. Schon nach kurzer Zeit begann die Sahne fester zu werden. Damit es für niemanden zu anstrengend wird, empfiehlt es sich, sich mit dem Schütteln abzuwechseln. Zugegebener Weise wurde unsere Butter schlussendlich zwar nicht genauso hart wie normale Butter, schmeckte jedoch trotzdem mindestens genauso gut. Wahrscheinlich hätten wir noch minimal länger schütteln müssen. Also bleibt geduldig, wenn ihr es selbst ausprobieren wollt. Zusätzlich wurden die Brote noch mit Salz und Pfeffer bestreut. Leider hatten wir nicht die Zeit gefunden, unser Brot selbst zu backen. Dies wäre sicherlich eine schöne zusätzliche Möglichkeit fürs nächste Mal oder für euch beim Selbst- Ausprobieren 😉 Achso, Muskelkater hatte übrigens keiner von uns bekommen 😉 Also wagt euch ruhig ran!
Es juckt uns in den Fingern
Eigentlich waren wir alle schon ziemlich gesättigt von den Stullen. Da jedoch eine weitere kleine Wunderpflanze besonders jetzt im Mai die Wiesen ziert, wollten wir daraus unbedingt noch ein kleines Essen zaubern. Für viele ist diese Pflanze sicherlich kein Wunderkraut oder besonders beachtungswürdig, vor allem nicht, wenn man Barfuß und nichts ahnend über die grünen Wiesen spaziert und plötzlich ein nerviges jucken am ganzen Bein und an den Füßen verspürt. Sicherlich ahnt ihr schon von welchem Kraut hier die Rede ist: Die Brennnessel. Mit Gesundheit und Genuss wird sie sicherlich nicht sofort in Verbindung gesetzt, sonders eher mit Unkraut. Beim genaueren Hinsehen besitzt sie jedoch einige Superkräfte, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken können. Informiert euch jedoch unbedingt auch selbst noch einmal über die verschiedenen Kräuter und entscheidet, wie auch bei den anderen Rezepten dieses Blogs nach eigenem Ermessen und Gewissen 😉 Die große Brennnessel (Urtica dioica) wurde 2022 von dem Naturheilverein Theophrastus sogar zur Heilpflanze des Jahres gekürt und wächst überwiegend an Wald- und Wegrändern, auf Auen und Wiesen und auf Schuttplätzen (vgl. Allgemeine Ortkrankenkasse- AOK, 07.06.2022). Das Heilkraut enthält unzählige wichtige Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Kalium, Eisen und Silicium. Zusätzlich dazu ist die Brennnessel ein Lieferant für Vitamin A und C. Besondern spannend und überraschend ist auch der Aspekt, dass das Kraut eine hervorragende pflanzliche Eiweißquelle, vergleichbar mit gekochten Bohnen oder Kichererbsen ist. Ihren Einsatz findet die Brennnessel, jedoch nur als begleitende Therapiemöglichkeit bei Harnwegsinfektionen, rheumatischen Erkrankungen, aber auch als Schönheitshelfer für das Haarwachstum bei äußerlicher Anwendung in Form eines Haarwassers. Im Allgemeinen gilt die Heilpflanze als harntreibend, stoffwechselanregend, durchblutungsfördernd und entwässernd (vgl. Allgemeine Ortskrankenkasse- AOK, 07.06.2022) Für mehr Informationen könnt ihr unteranderem auf dieser Seite nachlesen:
Doch nun zurück zu unserem eigentlichen Vorhaben. Wir wollten versuchen, aus der Brennnessel eine leckere Suppe zu zaubern. Das war zu Beginn ein ganz schönes Hin und Her, da wir uns erst entscheiden mussten, ob wir die Suppe ganz gewöhnlich in der Küche auf einem Herd kochen wollen oder doch nach dem Wildnisspirit draußen über einer Feuerschale. Wir entschieden uns für Letzteres. Zuvor haben wir jedoch geschaut, dass die Waldbrandstufe niedrig ist und somit keine erhöhte Brandgefahr besteht und die Feuerschale abgesichert ist. Da wir uns auf unserem Schulgelände befanden, und das regelmäßige Feuermachen, vor allen in den kalten Jahreszeiten zum Wildniskurs dazugehört, konnten wir hier auch sicher sein, dass das Feuer machen erlaubt ist.
Wir begannen also die Brennnesseln mit unseren bloßen Händen zu sammeln. Ja ihr habt richtig gelesen, ohne Handschuh 😉 Doch wie funktioniert das? Hier ein Beweisfoto…

Wir versuchten die Brennnesseln am Stiel anzufassen ohne die Blätter zu berühren, da sich am Stiel üblicherweise weniger Brennhaare befinden. Trotzdem spürten wir immer mal wieder einen kleinen Picks. Auf der Seite des SWR „So gesund ist die Brennnessel wirklich“ konnten wir finden, dass man Brennnessel mit der Wuchsrichtung der Brennhaare (von unten nach oben) anfassen soll (Waldschmidt, S., 17.04.24).
https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/marktcheck/gesundheit/so-gesund-sind-brennnesseln-100.html
Dadurch verhindert man, dass die oberen Spitzen der Brennhaare abbrechen und in die Haut stechen. Dabei würde dann eine Flüssigkeit austreten.
Aber welche denn eigentlich? Wisst ihr es?
Schreibt es gerne in die Kommentare. Die Lösung könnt ihr auf der folgenden Seite WWF Junior finden:
https://www.wwf-junior.de/natur/brennnesseln
Nach dem Sammeln entzündeten wir unser kleines Feuer. Um den Topf ins Feuer stellen zu können, platzierten wir zwei große Steine gegenüber in der Feuerstelle.


Außerdem musste das Holz noch geholt, zerkleinert und gehackt werden. Nach einer kleinen Einweisung waren wir in der Lage eine Kettensäge sicherheitsgemäß zu bedienen.

Nachdem alles vorbereitet war, konnten wir endlich mit der eigentlichen Suppe beginnen. Wir schwitzten kurz Zwiebeln im Topf an und fügten anschließend, nachdem wir die Brennnesseln gewaschen und noch einmal nach Parasiten abgesucht haben, diese dem Essen hinzu. Umgerührt wurde mit einem Holzstück 😉
Jetzt hieß es abwarten und alles ein bisschen dünsten lassen.

Im Anschluss wurde etwas Wasser mit Gemüsebrühe hinzugefügt und letztendlich püriert… Schon bald war die Suppe fertig gekocht und wir konnten uns jeder eine kleine Schüssel einfüllen.

Das ganze hatte ein bisschen etwas von einer Hexenküche 😉 Wer wollte konnte sich zusätzlich einen Löffel Creme Fraiche in die Suppe tun. Mhm lecker! Das war wieder einmal ein Rezept, dass sich sowohl geschmacklich, als auch gesundheitlich für uns gelohnt hat 🙂

Das wars für heute von uns wieder. Bis zum nächsten Mal 🙂
Spitzenkraft- Was Spitzwegerich alles kann!
An diesem Tag wollten wir wieder einmal etwas für unsere Gesundheit tun und einen Hustensaft aus Spitzwegerich, Honig, Thymian und Zucker herstellen. Zunächst machten wir uns also auf die Suche nach Spitzwegerich. Alle anderen Zutaten hatten wir schon parat. Während der Suche ließen wir uns etwas treiben und entdeckten unteranderem Beifuß am Wegesrand.

Das es an diesem Tag besonders sonnig und warm war, bemerkten und genossen nicht nur wir, sondern auch eine Ente, die es sich mitten auf der abgemähten Wiese bequem gemacht hatte.

Als wir so über die Wiesen liefen, vielen uns immer wieder diese wunderschönen blauen Blumen auf, die immer wieder zahlreich im Grünen standen. Wir fanden heraus, dass diese Pflanze „Ehrenpreis“ heißt.

Und nun schaut euch mal diesen leckeren sonnengelben Honig an, den uns Andre von seinen Bienen mitgebracht hat. In diesen Honig sollten später die weiteren Zutaten für den Hustensaft gefüllt werden.


Schnell war auch der Spitzwegerich gefunden, der zur Zeit überall auf den Wiesen der schönen Insel Hermannswerder zu finden ist.

Für den Hustensaft mussten wir den Spitzwegerich abwaschen und etwas zerkleinern. Im Anschluss fügten wir dem Spitzwegerich noch Thymian hinzu.

Die Honiggläser füllten wir so um, dass sie ungefähr jeweils bis zur Hälfte mit Honig angereichert wurden, sodass auch alle Kräuter gut hinein passten.

Wir versuchten die Kräuter gleichmäßig im Honig zu verteilen und gossen im Anschluss jeweils noch etwas Honig in die Gläser, um alles schön zu bedecken. Nun müssen wir nur noch einige Zeit abwarten, bis sich der Honig bräunlich verfärbt und die Inhaltsstoffe der Kräuter ausreichend eingezogen sind.

Wir wollten jedoch unbedingt noch eine weitere Möglichkeit ausprobieren, den Hustensaft aus Spitzwegerich herzustellen. Auch hier benötigten wir Spitzwegerich, Thymian und Zucker, aber dieses Mal keinen Honig. Wir begannen also nach und nach immer eine dünne Schicht zerkleinerten Spitzwegerich und Thymian und eine Schicht braunen Zucker zu schichten bis die Gläser jeweils gefüllt waren. Dann kam der spannende Teil…

Wir vergruben die Gläser umhüllt mit einer Tüte ungefähr 50 cm bis 1,00 m unter der Erde, um eine gleichmäßige Temperatur für die Fermentation des Hustensafts zu erreichen. Dann gruben wir das Loch wieder zu. Wir fühlten uns dabei ein bisschen, als würden wir einen kleinen Schatz vergraben.

Damit wir nicht vergessen, an welcher Stelle wir den Hustensaft in ein paar Monaten, geplant ist im Juli, wieder ausgraben müssen, markierten wir uns die Stelle mit einem Holzstock und machten noch schnell ein Foto zur Sicherheit. Normalerweise kann man die Gläser auch noch mehr Monate eingegraben lassen. Wir haben jedoch geplant, vor den Sommerferien eine kleine Verköstigung mit den Leuten aus unserem Wildniskurs zu machen. Mal schauen, ob sich in dieser Zeitspanne schon etwas tut. Wir sind auf jeden Fall schon ganz gespannt. Das wars auch schon wieder von uns. Auch beim nächsten Mal wollen wir wieder eine Kleinigkeit für den Gaumen zaubern. Also bleibt dran und lasst euch überraschen, was wir beim nächsten Mal ausprobieren 🙂

Vom Eierkuchen, der zum Kaiserschmarrn wurde…
Ihr kennt doch alle sicherlich den Robinienhonig!? Zumindest könnt ihr ihn auf einen der Fotos aus unserem letzten Blockeintrag sehen 😉 Wusstet ihr auch, dass man einen ganz bestimmten Teil der Robinie essen kann? Aber Moment mal, jetzt denkt ihr sicherlich, dass der Robinienbaum doch wirklich nicht sonderlich genießbar ist und damit habt ihr auch recht! Naja jedenfalls zu einem großen Teil. Vielleicht habt ihr in letzter Zeit mal beobachtet, wie sich die Natur um euch herum verändert. Alles wird grün und farbenfroh und… auch die Robinie trägt derzeit ihre prächtigen, weißen Blüten. Mittlerweile scheint sie jedoch schon fast wieder am Verblühen zu sein und auch der Duft der Blüten hat von der letzten Woche zu dieser Woche etwas abgenommen. Noch sind die Blüten jedoch sehr schmackhaft und werden von uns für unser heutiges Rezept benötigt.

Jedoch kurz noch ein ganz wichtiger Hinweis: Die Robinie ist zum großen Teil nicht essbar und sogar giftig, wenn sie verzehrt wird. Genau genommen sind wirklich nur die Blüten essbar. Von Blättern, Rinde, Wurzeln, Samen usw. lasst also lieber die Finger 😉.
Aber was haben wir überhaupt für dieses Tag geplant? Wir wollten Eierkuchen oder heißt es Pfannkuchen mit Robinienblüten machen. Damit auch alle die wollten und vor Ort waren mitessen konnten, entschieden wir uns für ein veganes und glutenfreies Rezept. Die Zutaten waren Mandelmilch, Sprudelwasser, Buchweizenmehl, Salz, Zucker, Margarine, Backpulver, Apfelmus, Holunderblüte und die Robinienblüten.
Das Grundrezept für den Eierkuchen haben wir hier gefunden:
https://www.einfachbacken.de/rezepte/vegane-buchweizenpfannkuchen-glutenfrei-und-so-fluffig
Wir begannen also damit, ein paar Blüten von der Robinie vorsichtig abzuzupfen und ein paar wenige Holunderblüten zu sammeln.

Dann rührten wir mit einer Gabel alle Zutaten zu einem flüssigen Teig zusammen. Wir stellten fest, dass das Buchweizenmehl dem Teig eine sehr nussige Note gab und fügten noch etwas Zucker und Mandelmilch zusätzlich hinzu, um den Geschmack etwas abzumildern, da er uns doch ein wenig zu intensiv war.

Jetzt kam der eigentlich schwierige Part. Wir entzündeten ein kleines Feuer in der Feuerschale und drapierten zwei Steine in der Schale neben dem Feuer. Dort stellten wir die Pfanne zum anbraten der Eierkuchen rauf. Beim Anbraten stellten wir immer wieder fest, dass es ganz schön schwierig und aufwendig ist, die Eierkuchen anzubraten, da keine einheitliche Temperatur vorherrschte und die Pfannkuchen dadurch unterschiedlich schnell gebacken werden konnten.

Deswegen zerfielen die Eierkuchen überwiegend und es wurde Kaiserschmarrn draus. Beim Anbraten mussten wir zusätzlich besonders darauf achten, dass das Fett in der Pfanne kein Feuer fängt und die Pfanne deswegen immer wieder anheben. Wir haben uns auch sehr über die Unterstützung von Max gefreut, der in seinem Projekt ein Wildnis- Kochbuch zusammenstellt und das einfach super zu unserer Kochaktion gepasst hat.


Schlussendlich konnten wir alle einen leckeren Kaiserschmarrn mit Robinienblüten und Apfelmus genießen. Eventuell hätten wir auch noch ein paar mehr Blüten in den Teig mischen können, damit der Geschmack intensiver wird. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass das Anbraten so viel Zeit benötigt. Umso schöner war es dann, ein fertiges Essen gekocht zu haben 😊.
Zeit für Träume
Heute gibt es wieder einmal ein neues Update aus unserer Gruppe. Es soll heute ums Träumen gehen. Im Traum ist vieles möglich. Manchmal sind wir auf einer spannenden Abenteuerreise unterwegs, manchmal begegnen uns Monster und Fantasiegestalten, ein anderes Mal durchleben wir einen vergangenen oder einen bevorstehenden Tag, manchmal Tagträumen wir und tauchen für einen kurzen Moment ganz tief in unsere eigenen Gedanken ab und manchmal machen uns Träume auch Angst. Auch und vor allem Kinder können ihre Träume intensiv durchleben die sowohl bedrohlich, als auch erfreulich und als angenehm empfunden werden können. Diese Träume können auch noch nach dem Erwachen Auswirkungen auf die Gefühlslandschaft der Kinder haben.
Ich selbst hatte als Kind einen Traumfänger, der die guten Träume hindurchlässt und die schlechten Träume einfangen sollte. Solche Traumfänger haben wir in unserer Gruppe aus Naturmaterialien gestaltet. Doch woher kommt eigentlich die Tradition des Traumfängers?
Traumfänger kommen aus der Kultur der Ojibwa. Sie bestehen aus einem Ring, einem Netz, Federn und weiteren persönlichen Gegenständen. In dem Ritual geht es darum, dass die schlechten Träume eingefangen werden und nur die guten Träume durch das Netz hindurchgelangen. Bei Sonnenaufgang sollen sich die schlechten Träume auflösen. Der Traumfänger ist in der indigenen Kultur also mehr als nur ein einfacher Dekorationsgegenstand, sondern er besitzt eine wichtige Bedeutung. Auch für Kinder kann ein Traumfänger ein positives Einschlafritual sein und ihnen Sicherheit vermitteln. Wir machten uns also auf den Weg und suchten uns geeignete Stöcker, Tannenzapfen, Bucheckern, Walnussschalen, Federn und was wir noch so finden konnten.
Zuerst knoteten wir die Stöcker jeweils zu einem Dreieck zusammen. Dann spannten wir eine Schnur wie ein Netz innerhalb des Dreiecks und verzierten das Netz mit weiteren Naturmaterialien.
So sahen unsere Traumfänger dann zum Schluss aus:


Sogar ein kleines Fuchsgesicht entwickelte sich aus dem ursprünglich geplanten Traumfänger 😉

Die Traumfänger herzustellen, machte uns viel Spaß. Wir achteten genauer auf die Umgebung und suchten nach kleinen Schätzen wie Federn und Bucheckern. Sicherlich ist dies etwas, dass wir auch einmal in unserer pädagogischen Praxis mit den Kindern basteln können. Außerdem lassen sich die Traumfänger auch wunderbar zu kleinen Windspielen umfunktionieren, indem man altes Besteck an die Stöcker hängt oder andere klangerzeugende Gegenstände, die man zu Hause oder unterwegs findet.
Auf dem Weg zur Bushaltestelle entdeckten wir am Wegesrand diese Pflanze. Erst sah sie ein bisschen wie eine sehr sehr große Pusteblume aus. Wir fanden heraus, dass es sich um den Großen Bocksbart handelt. Passend zu unserem Projektthema stellten wir bei der Recherche fest, dass die Stängel, Blätter und Wurzeln essbar sind. was für eine tolle Entdeckung für den Abschluss des Projekttages!
https://gardify.de/pflanze/6493/Grosser-Bocksbart

Das wars auch schon wieder für heute. Bis zum nächsten Mal 🙂
Pflanzenpause
Heute haben wir uns entschieden, den Tag langsam anzugehen und uns in etwas Langsamkeit und Kreativität zu üben. Was passt da besser, als den Tag auf einer wilden Wiese umzingelt von Apfelbäumen und aller Arten von Pflanzen zu verbringen. Bewaffnet mit zwei großen Decken, leckeren Snacks, einer Hand voll Farben und natürlich guter Laune machten wir uns also auf den Weg…

Auf der Wiese angekommen suchte sich jeder von uns eine Pflanze aus, die er abmalen wollte. Und auch Emma, die sich heute unserer Kräutergruppe mit angeschlossen hat, hat fleißig an ihrem Buch weitergemalt.

Hier ein paar angefertigte Skizzen…


Na was haben wir hier gemalt? Könnt ihr es erkennen?
Beim Malen schien die Zeit wie im Flug zu vergehen. Wir waren so mit unseren Gedanken beim Betrachten der Pflanzen, dass wir gar nicht mehr an das trüb erscheinende Wetter dachten und uns völlig, auf unsere Tätigkeit konzentrierten. Dabei waren wir erstaunt, wie viele kleine Merkmale allein eine Pflanze haben kann. Das ist uns vorher so nicht aufgefallen, wurde uns aber beim Abmalen umso bewusster. Auch den großen Bocksbart haben wir auf der Wiese wiedergefunden, dieses Mal sogar, als er seine Blüten offen hatte.

Pestoglück
Wieder einmal gibt es etwas Neues aus der Kräuterküche. Da derzeit eine Vielzahl an essbaren Kräutern auf der Insel wachsen, entschieden wir uns dafür ein leckeres Pesto zu machen. Wir machten uns also gemeinsam auf den Weg und stapften über die grünen Wiesen. Immer wieder hielten wir inne und knieten uns auf den Boden, um die einzelnen Kräuter zu begutachten. Einige kannten wir schon und andere mussten wir noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Schlussendlich hatten wir eine vielfältige Liste an Kräutern für unser Pesto gesammelt. Die genauen Zutaten waren diese:
- Sauerampfer
- Rucola
- Wiesenlabkraut
- Klee
- Löwenzahn
- Giersch
- Beifuß
- Johannesbeere als Toping
- ein bisschen Olivenöl
- Pinienkerne
- bei Bedarf: Parmesan (schmeckt aber auch ohne lecker)
Danach wurden wieder alle Kräuter gründlich abgewaschen und zusammen mit dem Olivenöl und den Pinienkernen püriert. Danach noch eine Prise Salz hinzufügen und fertig!


Im Anschluss machten wir alle zusammen eine kleine Essenspause. Sogar eine kleine Limonade konnten wir aus der Wasserminze herstellen. Wir waren echt erstaunt, wie stark das Aroma der Minze war.


Satt und zufrieden beendeten wir einen weiteren Tag im Wildniskurs 🙂
Zusammenfassung



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