Ab durch die Fresdorfer Heide – ein Projekt von Kristin und Hartmut

Seit circa 23 Jahren ist der Wolf in Deutschland wieder ansässig. Unter anderem auch in unmittelbarer Nähe von Hermannswerder. Nur 20 km entfernt existiert ein Rudel in der Fresdorfer Heide.
Auf leisen Pfoten durchstreifen sie unsere Wälder auf der Suche nach ihrer Beute.
Fasziniert von den grauen Tieren wollen wir (Kristin und Hartmut) uns auf ihre Spuren begeben, durch den Wald streifen und ihren Lebensraum erkunden.
Zahlreiche Informationen rund um den Wolf findet ihr auf folgenden Internetseiten:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/wissen/artensteckbrief.html

Natürlich haben wir hierzu schon einige Vorüberlegungen gemacht. Kristin hat eine Karte der Umgebung drucken lassen und hier schon Orte markiert an denen Wölfe gesehen, Spuren gefunden oder Tiere gerissen wurden. Gemeinsam überlegten wir, was wir für unsere Streifzüge benötigen könnten. Das Ergebnis stellen wir euch in unserem ersten „Blogeintrag“ vor.
20.04.23 – auf den Spuren, fertig und los

Unsere Umgebungskarte verstauten wir zum Schutz vor Witterung in Hartmuts Kartentasche. Außerdem waren mit dabei: Ferngläser, ein Erste Hilfe-Set, einen kleinen Zollstock, Handschuhe, Probenbehältnisse, eine Wildkamera, Kristins Wildnisjournal, ein Vogelkunde- sowie Heilpflanzenbuch und ein Messer. Wir werden sehen was wir davon am Ende brauchen.
Unsere Route bzw. der Startpunkt stand im Vorfeld bereits fest. Anfangs eher dem Weg folgend, stiefelten wir später rücksichtsvoll und leise querfeldein. Die Zeit verging wie im Fluge, nach circa 2,5 Stunden endete unser Streifzug am Ausgangspunkt. Die restliche Zeit wollten wir nutzen, um uns mit dem „Blog“ vertraut zu machen.
Spuren von Wölfen konnten wir heute nicht finden, aber dafür interessante Spuren anderer tierischer Waldbewohner. Viel Spaß beim Stöbern.
Wir haben nicht nur etliche, für Wildschweine typische Aufwühlungen im Boden gefunden, sondern auch Borsten an zwei „Schubber-Stellen (Kiefer und Birke) entdeckt.






Wer schläft denn hier? Ein Reh…und in der unmittelbaren Nähe befanden sich 5 weitere Schlafplätze – also bitte leise! (die Größes des Schlafplatzes betrug 50 x 25 cm)


Nein, es war nicht unser Mittagessen…mitten im Wald lag dieser relativ große Knochen (ca. 18 cm lang)



Auf dem Rückweg zu den Autos, haben wir das Glück gehabt eine frische Rehspur zu finden…wir konnten sogar die Schrittlänge messen – diese betrug 1,10 m.



Wer schlummert hier?
Wir wissen es (noch) nicht. Hartmut fand diese interessante Stelle an einer Kiefer.
Beim Osterspaziergang durch den Wald bin ich auf Wolfslosung (Wolfskot) gestoßen, diese war eindeutig durch Größe und Inhalt (Haare und Knochenstücke) zu identifizieren. Sie lag gut sichtbar am Wegesrand.

27.04.23 – Scheiße bringt Glück oder so
Unserer Glückstag 🙂 – wir wurden fündig => Wolfslosung




https://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChlings-Greiskraut

Wolfslosung 🙂 – was für eine Freude. Und es sollte nicht bei einem Haufen bleiben…wir fanden tatsächlich noch einen zweiten – beide lagen gut sichtbar am Wegesrand.





die Enden sind spitz. Die Größe haben wir leider nicht gemessen. Fuchskot hat üblicherweise eine Dicke von etwa zwei Zentimetern und Länge zwischen zwei und acht Zentimetern.

An einer Kiefer fanden wir Fellreste…erstmal gesichert und mitgenommen



Blaubeeren




https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/wildschwein


02.05.23 – Kurzer Abstecher in den Wald zum Ameisenhaufen
Da uns 3 Wochen dann doch etwas zu lange erschienen und die nächste Route nicht hier vorbei geht, bin ich kurz in den Wald, um nach den Ameisenhaufen und dem Marder zu schauen – tja, was soll ich sagen – es war nix mehr da 🙁 (Vielleicht hätten wir ihn anbinden sollen?)
Aber nicht weit vom Ameisenhaufen entfernt, habe ich erneut Wolfslosung entdeckt – wenigstens etwas 🙂
Auf dem Rückweg zum Auto habe ich diesmal meine Wildkamera in einer Senke aufgehängt. Wir halten euch auf dem Laufenden.
04.05.23 – Auf geht`s, die Sonne scheint


https://de.wikipedia.org/wiki/Acker-Hornkraut



Da kreuzt tatsächlich eine Ringelnatter unseren Weg. Wir haben uns furchtbar erschrocken, schnell gefilmt – und dann war sie auch schon wieder im hohen Gras verschwunden.
Da wir fast in der Nähe der aufgehängten Wildkamera waren, sammelten wir diese ein und hängten sie diesmal an der gefundenen Höhle auf unserer ersten Route auf – wir sind gespannt, wer hier wohnt. Natürlich wagten wir einen kurzen Blick auf die Fotos aus der Senke – es waren welche drauf, aber ein Auswerten war aufgrund der kleinen Ansicht nicht möglich. Wir sind gespannt 🙂
11.05.23 – Da(ch)s gibt`s doch nicht 🙂
Nach einer Woche führte uns unser Weg zunächst zur Wildkamera – denn wir waren sooo gespannt. Wer wird in diesem Bau wohnen?

Eine Dachsfamilie 🙂 – es sind unzählige und wunderschöne Fotos auf der Kamera – sie zeigen eine Dachs „Mama“ und ihre 2 Jungtiere.





https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/dachs
Und auch dieses Mal wurden wir erneut fündig – Wolfslosung – es schien, als waren wir ihnen direkt auf der Spur…gleich mehrere Stellen machten wir ausfindig


Überall kann man deutlich noch die Reste vom Beutetier erkennen – Knochen und Fellreste/Borsten




und geht immer

Wir folgten einem Wildpfad, mitten durchs Gebüsch und fanden diesen Oberkiefer…wir vermuten von einem Reh (eingetütet und mitgenommen)

Diese Kiefer mussten wir fotografieren, sie war so verzweigt – ganz unüblich.
Ein wunderschöner Tag im Wald neigt sich dem Ende – tief durchatmen und Kraft tanken, zur Ruhe kommen, der Natur lauschen und wunderbare Dinge entdecken.
25.05.23 – Zebra im Wald
Neue Wege, neues Glück und diesmal zu dritt 🙂

Wildschwein-Trittsiegel, gut zu erkennen sind die Afterklauen
Auch diesmal fanden wir Wolfslosungen :)… wir sind ihnen auf der Spur.






Kein Wolf, aber wir konnten das scheue Zebra im Wald beobachten…dies bekommt man ja auch nicht alle Tage zu sehen



https://de.wikipedia.org/wiki/Zypressen-Wolfsmilch



Es blüht ein schönes Blümchen
Auf unsrer grünen Au.
Sein Aug‘ ist wie der Himmel
So heiter und so blau.
Es weiß nicht viel zu reden
Und alles, was es spricht,
Ist immer nur dasselbe,
Ist nur: Vergissmeinnicht.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
01.06.23 – 9.1.4 statt Wald

Heute dürfen die Beine ruhen und die Finger fleißig sein – wir beschäftigen uns mit der Trimesteraufgabe. Hierbei kommen uns tolle Ideen…wir freuen uns riesig auf den nächsten Waldausflug und die Umsetzung dieser :).
Unter diesem Link findet ihr Protokolle zur Dokumentation von Wolfshinweisen. Findet ihr z.B. Wolfslosung, könnt ihr das Protokoll ausfüllen und zusammen mit der Probe oder aber Fotos einsenden – sie helfen beim Wolfsmonitoring.
08.06.23 – Zu dritt rein, zu viert wieder raus
Heute ging`s über die Grämitzberge – zu dritt, denn Herr Preißler kam mit. Erst den Weg folgend, ging`s auf dem Rückweg durch`s Unterholz zurück.


Vogelspur im Sand



Eine Spechthöhle mit Jungtieren – diese bekamen wir leider nicht zu sehen, aber wir konnten sie gut hören und auch die Elterntiere waren in unmittelbarer Nähe und machten auf sich aufmerksam.
Andrè entdeckte ihn während unserer Pause (am Waldrand mit Blick auf ein Feld) – ein Neuntöter. Für ein Foto hat es nicht gereicht, daher ist dieses Bild aus dem Internet.
Er ist vor allem durch sein Verhalten bekannt, Beutetiere auf Dornen aufzuspießen




Wir sammelten die Wildkamera wieder ein…na, wer entdeckt sie?
Vermutlich ein Dachsbau, aber es zeigte sich keine Aktivität auf der Kamera, die seit 3 Tagen hing.

Wir streiften durch den Wald und dann entdeckten wir
Mickey Mouse 🙂





Baumharz (o.)
Bussardfeder (li.)

Mickey Mouse durfte uns aus dem Wald begleiten, ein neues Zuhause war rasch gefunden ;).
Somit endet unser heutiger Ausflug – zu dritt rein, zu viert wieder raus. Schön war`s, auch wenn uns die Hitze ganz schön zugesetzt hat.

Viele Aufnahmen von der Wildkamera lade ich auf instagram unter: wildkamera_michendorf hoch…wer Lust hat, schaut mal rein.
15.06.23 – Wolf in Sicht
Unsere letzte Wandertour, neue Route, neues Glück…auf geht`s, wenn auch etwas wehmütig, da es unsere letzte Tour sein wird.

Erneut entdeckten wir eine Spechthöhle…die Jungtiere waren schon von Weitem zu hören und auch die Elterntiere machten ganz schön Rabatz je näher wir kamen.


Mitten auf dem Weg fanden wir eine
tote Blindschleiche





Und das Glück sollte auf unserer Seite sein – auf unserer letzten Wandertour bekamen wir ihn dann doch noch zu Gesicht 😉


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