
Unsere Vierergruppe, bestehend aus Kilian (rechts im Bild), Paul (links im Bild), Luis (hinten im Bild) und Marc (vorne im Bild), hat es sich zur Aufgabe gemacht im Rahmen des Wildniskurses ein eigenes Floss zu bauen.
Entstanden ist diese Idee recht spontan während eines Gespräches nach der Einführung in diese Trimesteraufgabe. Sofort hat sich die Idee fest- und durchgesetzt. Dafür wollen wir bereits genutzte Materialien verwenden. Da wir alle eher die spontanen Menschen sind ging es für uns nach der Entscheidung des Themas bereits los.
WOCHE 1

Ohne einen großartigen plan zu haben, stolperten wir auf das Gelände und schauten uns erstmal um. Wie immer mit dem nötigen Spaß und Witz bei der Sache.
Wir waren sehr gehyped, wussten aber nicht was uns erwartet.




Dank der Hilfe der Mitarbeiter fanden wir jemandem auf dem Recyclinghof der uns weiterhelfen konnte. Wir konnten zwar keine Fässer/Kanister direkt bekommen, aber sie würden uns welche zurücklegen, bekamen wir gesagt. Voller Freude und Tatendrang gingen wir somit zurück zur Schule und verteilten noch die Aufgaben in der Gruppe.
Wir waren richtig gespannt auf das nächste Mal wie man sieht. Die pure Aufregung war spürbar.
WOCHE 2
Nach 2 Wochen Ferien, in denen wir es nicht geschafft hatten besagte Dinge abzuholen, machten wir uns nun zu viert auf den Weg zum Recyclinghof.

Dort angekommen waren wir erstmal ziemlich hilflos, da wir den Mitarbeiter vom letzten Mal nicht gefunden haben. Doch zu unserem Glück wusste ein anderer Mitarbeiter sofort wen wir meinen. Nach einiger Wartezeit und einem Telefonat stellte sich heraus, dass es doch nichts auf Lager gab und wir leer ausgingen. Enttäuscht überlegten wir neue Möglichkeiten und einigten uns auf die Suche nach Kanistern.

Dennoch recht positiv bei der Sache schauten wir uns bei Baumärkten und Online um. Kanister gab es, aber meist neu und ziemlich teuer. Die richtigen für uns waren nicht dabei. Eine kleine Welle der Verzweiflung machte sich breit und wir planten noch etwas weiter im Voraus (Wen wir fragen können nach Materialien oder Hilfe) und bereiteten die nächsten Wochen vor. Im Kopf schien diese Woche aber recht sinnlos gewesen zu sein. Bis Luis uns diese Anzeige am Nachmittag schickte…

Es war genau das was wir gesucht haben. Viele Kanister und dann auch kostenlos. Sobald es ging sind wir zum besagten Ort gefahren und haben die Kanister abgeholt.

Nachdem wir endlich die Person von Ebay gefunden hatten, konnte es losgehen und wir befüllten Marcs Auto mit den ersten Materialien für unser Floss. Die Besitzer der Kanister dachten sich schon, was wir damit vor haben. Somit konnte es richtig losgehen.

Somit endete die 2. Woche unseres Projektes doch recht erfolgreich. Der Tatendrang war wieder vollkommen zurückgekehrt und wir waren heiß auf die nächsten Wochen.
WOCHE 3
So langsam wird es interessant und die Grundlage steht. Während Marc die Kanister bereithält, gibt es von Kilian erste Möglichkeiten an Holzpaletten zu kommen. Die Materialien sammeln sich und der simple erste Bauplan steht.

Einen Ort zum lagern der Materialien wurde ebenfalls abgeklärt und das Projekt nimmt Form an. Die Vorarbeit befindet sich in der Endphase und der Bau rückt näher.
Woche 4
Wir haben ein paar Europaletten klar gemacht, sowie einen Ort, um diese zu lagern. Zusätzlich treffen wir letzte Vorkehrungen, um die Vorbereitungsphase abzuschließen. Wie bei den Kanistern klappte es auch hier nur Freitag und wir fuhren nach der Schule die Paletten holen, um bald loszulegen.

Woche 5

Als erstes durften wir die zuletzt geholten Paletten zu unserem neuen Stützpunkt tragen, wir durften das Bootshaus benutzen und am daran gelegenden Ufer bauen.
Somit war das Wichtigste besorgt und an Ort und Stelle. Wir schauten uns unseren Bestand an und überlegten uns den besten Weg, die Komponenten zu verbinden. Unsere erste Idee mit Tape wurde recht schnell verworfen, weshalb wir uns erstmal entschieden haben, Spanngurte zu besorgen und weiteres Werkzeug wie Hämmer, Nägel und ein Brecheisen/Säge, um die Paletten zu teilen.
Bauphase
Ab hier spreche ich nicht mehr die einzelnen Wochen an, sondern erkläre unsere Bauphase insgesamt, um einen guten Flow beizubehalten und alles verständlicher zu machen.

Unser Platz zum bauen war bereit für Taten. Und wir waren es auch! Mit dem nötigen Witz und der wichtigen Diskussionsfreude ging es an das Floss ran.
Die ersten Diskussionen gab es bei der Art, wie die Kanister angeordnet seien sollen. Klar gab es eine Idee auf unserer Bauskizze, aber als die Komponenten vor uns lagen, kamen auch andere Ideen auf.

Am Ende entschieden wir uns für die simple Variante, die Kanister in 4er Gruppen einzuteilen und damit zwei 12er Blöcke zu bauen. Diese haben wir dann mit den Spanngurten verbunden. Also die 4er Gruppen mit Schnur und die großen 12er Gruppen mit Spanngurten.
Nachdem die Kanister dann verbunden waren, galt es einen Weg zu finden alle zusammen mit den Paletten zu kombinieren, welche unsere Grundlage zum sitzen sein sollten. Hierfür mussten wir erstmal eine Position finden, um die Paletten bestmöglich auf den Kanistern zu verteilen. Unsere Lösung war, dass wir die 2 länglichen Paletten über die Kanister seitlich gelegt haben und den Rest benutzt haben, um Lücken aufzufüllen.

Dies ist eine der großen Paletten und wie sie auf den Kanistern platziert ist. Wir haben dafür eine gewisse Lücke zwischen den Kanisterreihen gelassen, um eine bestmögliche Nutzung des Platzes zu gewähleisten. Zusätzlich sollte das die Stabilität unterstzützen und passte sehr gut mit den Kanistern überein.

Danach haben wir uns entschieden die Paletten mit den Spanngurten an den jeweiligen Reihen der Kanister zu befestigen. Hierfür sind wir jeweils durch die Kanistergriffe und jeden Balken der Paletteseite durchgegangen und haben so die einzelnen Abteile safe gemacht. Auf diese Art konnten wir Material sparen, da die Kanisterseiten durch die Paletten verbunden sind und nicht noch extra aneinander festgemacht werden mussten.
Hier ein kurzer Ausschnitt über unsere Arbeit und unsere Konversationen.
Es dauerte überraschend Lange bis alle Gurte richtig saßen und wir uns sicher waren, dass sie halten würden.

Das alles richtig sitzt und fest ist wurde dabei auch mehrfach überprüft. Am Ende kamen wir aber bei einem zufriedenen Zwischenergebnis an. „Zwischenergebnis“, weil wir wussten, dass uns das nicht reicht, auch wenn es für den Testlauf so gut wie bereit war.

So sah der Prototyp am Ende aus. Und es war stabil, zumindest für die Floss League of Justice…

Wir waren bereit es mit dem Wasser aufzunehmen. So dachten wir es uns auf jeden Fall. Danach gab es noch einige Diskussionen, ob wir erst weiterbauen oder direkt testen. Am Ende dieser Diskussion, bei der die Meinungen sehr unterschiedlich aussahen, gab es einen Kompromiss. Wir bauten 1 Extraholz drauf und testeten es dann. Wir hatten Glück, dass uns dafür jemand Nägel leihen konnte, denn die hatten wir vergessen.




Somit bauten wir das vorerst letzte Teil ran (ein weiteres Holzstück) und waren bereit erstmal das Floss zu testen. Dadurch hatten wir allerdings auch die Grundlage für die weiteren Arbeiten gelegt.
Der erste Test lief ziemlich gut, aber war auch beängstigent in der Nachbetrachtung. Dennoch war es ein stolzer Moment.
Wie zu sehen war, hat es geklappt, das Floss ist geschwommen. Trotzdem war die Zufriedenheit nur von kurzer Dauer, da wir wussten, da muss noch was besser werden. Es kamen Ideen über Ideen nach dem Testlauf. Der Fokus lag allerdings erstmal auf dem Ausbauen der Sitzfläche (Und des Zubauens) sowie des Problems, dass die Kanister sich an einer Seite gelöst haben. Sie waren allerdings weiterhin an der Palette befestigt (lösten sich nur voneinander).

Vorerst wurden die weiteren Holzstücke so positioniert, wie wir sie am Ende drauf haben wollten und wie sie das Meiste des Flosses verdecken konnten, um einen sicheren Sitz zu gewährleisten. Danach ging es ans anbringen und kürzen.




Völlig fokussiert (wie man an Luis erkennt) wurde der Hammer und die Nägel geschwungen, während einige der Bretter mit einer Handsäge gekürzt oder geteilt wurden. So konnten wir die Lücken sehr gut ausfüllen und das Floss ausgeglichener machen.
Nachdem die Bretter angebracht waren und wir kräftig die Werkzeuge verwendet haben, ging es dann mit einem 2. Test auf See. Die Überlegung dabei war, ob das Lösen der Kanister auf der einen Seite vom ersten Test so schlimm war oder ob wir das Ganze bewusst so lassen. Hierfür waren auch unsere Mentoren vor Ort, wodurch wir zum ersten Mal uns 4 gemeinsam auf dem Floss filmen konnten. Das Sitzen machte sich durch die Verdichtung der Bretter durchaus besser und wir waren bereit für den 2. Versuch.
Wir gaben zur Sicherheit unsere Handys ab, waren allerdings überrascht, wie sicher und stabil das Floss wirkte. Wir waren sehr glücklich, aber auch noch nicht fertig.
Der 2. Test hat gezeigt, dass das Lösen der Kanister tatsächlich nichts Schlechtes war. Im Gegenteil. Es hat nicht nur ganz cool ausgesehen, es hat auch Stabilität in die Konstruktion gebracht und es auf dem Wasser gleiten lassen. Der Wasserstand wurde auf einer Seite erhöht, allerdings nicht in einem besorgniserregendem Ausmaße, weshalb wir das vernachlässigen können. Selbst wenn würde man dafür improvisierte Lösungen finden.
Wir sind anschließend noch auf einen kleinen Trip zu 4. gegangen und haben nochmal eine Runde gedreht. Allerdings ist davon nur das Einsteigen verfügbar, da wir die Handys am Ufer gelassen haben und die Mentoren wieder gegangen waren.
Die darauffolgende Fahrt war sehr amüsant und erleuchtend. So wurde klar, dass der Hauptfokus auf der Seite von Paul (Video rechts) liegen muss und wir dort noch etwas anbringen wollen. Was genau war noch nicht geklärt, es wurde eher gebrainstormed. Das manövrieren gestaltete sich etwas behäbig, ging aber besser auf Zeit.
Zuletzt sollte es noch um Feinschliffe vor der ersten großen Fahrt gehen. Diese wurde im Anschluss grundlegend geplant. Dazu mehr, wenn es soweit ist. Zuvor musste noch etwas Style in die Angelegenheit gebracht werden. Um gleichzeitig die Splittergefahr beim Holz zu dämmen, entschieden wir uns für…
..eine Plane. Diese sollte unser Floss abrunden und ihm einen schönen Glanz geben. Seid gespannt wie es aussieht.
Wir haben uns also eine Plane auf E-Bay gekauft (Nicht wundern, sie war originalverpackt). Wir dachten damit können wir unser Floss noch ein wenig stabiler machen, es schöner aussehen lassen und die Splittergefahr eindämmen. 3 Fliegen mit einer Klappe also. Nun ging es daran die Plane zu kürzen, da sie zu lang war, und zu befestigen.




Erst legten wir die Plane aus, danach haben wir das Floss falschherum draufgestellt und ausgemessen. Wir wollten, dass die Plane knapp unter die Paletten reicht. Daher haben wir sie mit etwas Abstand zum Floss gekürzt und geschnitten. Nachdem die Plane zurechtgeschnitten war, mussten wir sie an den Paletten fest machen. Dafür verwendeten wir erneut Hammer und Nagel. Wir haben die Nägel am Ende noch verbogen, damit keine Unfallgefahr entsteht. Das Endergebnis sah folgendermaßen aus.




So sieht das Floss nun aus. Wir haben noch ein paar Ideen zusammengetragen, was wir beim letzten Mal noch machen können und wie wir die Tour planen, bei der wir so weit es geht rausfahren wollen. Viel Zeit ist nicht mehr, aber die Energie und Willenskraft ist ungebrochen. Wir waren sehr zufrieden und freuten uns auf die große Herausforderung.
Damit war der Tag gekommen! Der große Testlauf stand an. Wir wollten mal richtig mit dem Floss rausfahren und eine große Runde drehen. Wie das ganze gelaufen ist, möchte ich mit einigen Videos und Fotos zeigen. Zuerst sind wir etwas essen gewesen und haben uns dann gestärkt auf den Weg gemacht. Wir haben unsere Sachen weggelegt und das nötigste in die Mitte des Flosses gepackt. Danach konnte es losgehen.
Wir waren bereit unser Floss richtig auf die Probe zu stellen. Somit ging es los.

Nachdem wir uns raufgesetzt haben, musste geklärt werden, wohin wir wollen. Das gewählte Ziel war die Inselspitze. Was danach kommt, wollten wir noch abwarten.
Wie man sieht waren wir zuversichtlich und mit voller Vorfreude auf unsere Tour.
Während der Fahrt haben wir nicht nur viele Wellen erlebt, sondern auch Tiere gesehen. Während es sich hierbei um Enten und Reiher handelte, waren es bei den Wellen jene, die von anderen Booten stammten. Doch auch die steckte unser Floss einfach weg.


Es sollte dazu gesagt sein, dass ich dort die mit kleinsten Wellen aufgezeichnet habe. Es gab noch deutlich schlimmere, aber wie gesagt war das kein Problem für Flossi.
Da Luis sich entschieden hatte von Bord zeitweise zu gehen und etwas zu schwimmen, wollten wir einen kurzen Stopp einlegen und auch ein Zwischenfazit ziehen.
Das Fazit war nur, dass wir es absolut geil fanden und es mega schön war. Wir sind da recht simpel und Luis sehr nass geblieben.
Doch keine große Pause nötig! Direkt ging es weiter Richtung Inselspitze und wir wollten jetzt umso mehr. Einige Zeit darauf erreichten wir jenes Ziel.


Wir waren sehr froh angekommen zu sein und überrascht wie schnell es doch ging. Von unserem Starpunkt beim Bootshaus bis zur Inselspitze dauerte es knapp 1 Stunde. Wir sind den Weg dorthin natürlich recht entspannt angegangen.
Doch uns war klar, dass der Hinweg schön war, jedoch würde der Rückweg umso härter werden, denn nun ging es gegen die Strömung. Der letzte Kampf mit dem Wasser. Unsere Kräfte wurden hierbei sehr beansprucht.
Es lief zeitweise sehr gut gegen die Strömung, zeitweise war es schwieriger. Dennoch, das Angebot mit den 500€ war nur Spaß, wir lieben unser Floss. Mindestens 1000€ also.
Der Weg war hart und Kräfte raubend. Dennoch ging es noch bis zum Steg vom Wassertaxi und dort wollten wir dann andocken.

Dort angekommen waren wir erleichtert und erschöpft. Das Wetter hatte ganz gut mitgespielt und wir haben es geschafft. Wir waren sehr stolz auf unser Floss und trugen es zur letzten Ehrung für diese Leistung noch zur Schule.

Sicher beim Hausmeister abgestellt und verwahrt konnte es sich nun ausruhen. Wir waren sehr froh, wie gut es gelaufen ist und sind auch stolz auf unsere Leistung. Das Floss war ein super interessantes Projekt, bei dem wir viel lernen durften. Am Ende ist das Ergebnis wirklich toll und wir sind froh diese Erfahrung machen zu können. Damit verabschieden wir uns von euch Lesern und hoffen, dass unser kleiner Blog über unser Floss Flossi euch gefallen hat.
Danke, euer Marc, Luis, Paul und Kilian.
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