Einmal mit dem Wildniskurs in Rumänien Schneeschuhwandern gegangen – dann sollte das doch easy sein oder? Vorallem mit einem Partner, den ich nicht gut kannte und unerwartet hoher Schnee.
Herzlich willkommen auf meinem chaotischen Kurzztrip in Mittenwald in Bayern.
Um 7.30 Uhr sind wir in Garmisch-Partenkirchen angekommen und sind erstmal einkaufen gegangen. Wir benötigten nämlich noch frisches Essen wie Brot, Paprika, Käse usw. Nach langen hin und her haben wir uns entschieden doch nach Mittenwald weiter zu fahren und der Anspruchsvollen Route zu Folgen welche ich mit meinem ursprünglichen Partner ursprünglichen hatte. Dort angekommen, verwarnte uns der Busfahrer verärgert, dass unser Plan bei dem Schnee „lebensmüde“ sei und eine Lawinenstufe 4 bestand. Wir gingen gegen den Rat des „freundlichen“ Mannes und einigten uns darauf, dass wir es versuchen würden und abbrechen sobald es uns zu gefährlich wird.
Nach Tagelanger Planung ist am gleichen Tag der Abfahrt, am 01.04. mein Partner aus gesundheitlichen Gründen abgesprungen. Fast so wie ein schlechter Aprilscherz:). Also habe ich um 15.30 Uhr alle möglichen Leute angeschrieben, um die Tour zu retten und den Rucksack nicht unbenutzt wieder auspacken zu müssen. Der Flixbus startete 22.20 Uhr in Berlin und Bela war so verrückt und wundervoll, dass er der kurzfristigen Tour zugestimmt hat. Also haben wir alles abgeklärt, was er noch benötigt hat und ich habe für ihn diese Sachen besorgt. Die Erleichterung war groß, ihn in Potsdam am Hauptbahnhof zu sehen. Wir kannten uns nicht gut, umso größer war die Aufregung, sodass wir jeweils 2 mal unsere Station zum Aussteigen verpasst haben und zu weit gefahren sind. Startete schon mal gut. Der nächste Schock folgte im Flixbus. Ich war vorher nie mit dem Flixbus gefahren und er war komplett ausgebucht, von innen eine Sauna und sehr stickig. Geplant war, dass wir darin über Nacht schlafen. Haben wir auch für ca. 1,5 Stunden.



Schnee + Baum ergibt Kunst-> Was erkennst du?
Also steck den Kopf nicht in den Schnee / Schneewichtel/ Papagei-Delfin?
Wir sind im Wald angelangt und von da aus sind wir in Serpentinen hochgelaufen, was sehr steil und herausfordernd war. Wie in der unteren Abbildung- eine Art Zickzack Muster.

An der Spitze des Berges angekommen entdeckte ich die Hütte auf der anderen Seite. Wie es weiter ging und noch mehr ist im Video zu sehen.
Fazit: Wir haben bemerkt, dass so eine Tour doch herausfordernder ist, als gedacht. Ich bin definitiv an meine Grenzen gekommen. Die Kombination aus zu wenig schlaf und dennoch Leistung und Kraft zu liefern war definitiv meine unvorhersehbare Hürde. Außerdem musste ich wieder einsehen, wie wichtig ein gut gepackter und leichter Rucksack ist. Ich hatte definitiv zu viel was sich bei dem bergauf laufen in Kombination mit den Schneeschuhen bemerkbar gemacht hat. Ein richtiger Winterschlafsack und eine besser durchdachte Route wären essentiell gewesen. Fürs nächste Mal sollten auch mehre Personen mitkommen, dass man sich in Gefahrensituationen besser helfen kann. Wir hätten vorher definitiv besser planen, den Wetterbericht aktiv verfolgen müssen und solche kurzfristigen Aktionen sind bei so viel Schnee definitiv unangebracht. Dafür hatte ich eine Skijacke sowie eine Skihose die das RECCO- Ortungssystem beinhalteten. Auch mit dem Essen wären wir sehr gut zurecht gekommen. Dafür aber nicht mit dem Wasser. Dennoch bin ich stolz, diese Tour gemacht zu haben. Durch Fehler lernt man. Auch wenn in dieser Situation Fehler Lebensbedrohlich enden können. Dies war uns aber bewusst, sodass wir vorsichtig und bedacht gelaufen sind. wir haben zusammen entschieden zurückzukehren aber das hat mich nicht frustriert, eher im Gegenteil. Ich war überglücklich diese intensiven Erfahrungen gemacht zu haben. Vielen Dank Bela für dein kurzfristiges einspringen und deine ruhige, humorvolle und aufgeschlossene Art.
Die Technologie – Recco – Hier mehr dazu
Was wir gegessen haben:
Nachhaltiges Projekt mit Naturbezug
Was ich für mich getan habe: Ich habe ganz viel für mich gemacht, um vom Stress wegzukommen und den Kopf freizubekommen. ich wollte einfach raus von dem ganzen Druck und Stress, den ich hatte. Ich wollte mich entspannen, die frische Luft atmen und nicht hinter irgendeinem Auto und seinen Abgasen hinterherlaufen. Ich wollte Tierspuren entdecken, was neues erleben und die Natur wieder wahrnehmen, statt sie nur virtuell auf irgendeinem kleinen Bildschirm zu sehen.
Was ich für die Natur getan habe: Nicht wirklich was aktives oder offensichtliches, aber ich habe sie geschätzt und geachtet. Ich habe keinen Müll und keine Spuren hinterlassen. Ich habe mich eigentlich über jeden Baum gefreut, der da war. Denn jeder Baum ist individuell, sieht anders aus und hat andere Merkmale. Nicht jeder Baum ist perfekt, sondern jeder Baum hat einen kleinen Makel und das ist nicht schlimm. Das ist genauso wie bei uns Menschen. Ich merke immer mehr, dass Menschen den Blick auf das eigentliche Leben und der Umwelt verlieren. Das Virtuelle nimmt leider überhand. Man sitzt in seiner Wohnung, schaut sich Videos über die Natur an, freut sich und verschickt sie. Aber so etwas selber zu planen und zu erleben, wird immer weniger. Die Natur wird immer weniger geschätzt: Müll wird einfach überall hingeschmissen, Bäume werden nicht respektiert und auch nicht der Lebensraum, den sie den Tieren bieten und der schon vor uns Menschen da war. Viele Menschen denken, dass sie sich über alles stellen und über alles bestimmen können – nur weil bestimmte Lebewesen sich nicht in dem Sinne äußern können so wie wir. Deswegen finde ich es so wichtig, solche Touren zu machen, um die Verbindung zum natürlichen Lebensraum wiederherzustellen. Dies betrifft nicht nur Kinder, sondern alle von jung bis alt.
Für meine Erzieherausbildung bringt mich das zu einer Kernfrage: Wie soll ich einem Kind den Bezug zur Natur vermitteln, wenn ich selber nicht daran glaube? Wenn ich den Bezug nicht selbst in mir trage, kann ich ihn auch nicht weitergeben. Für die Arbeit mit dem Klientel heißt das:
Solche Hochrisiko-Touren zu machen sind dafür nicht notwendig. Es reicht auch mal einen Fuß außerhalb seiner gewohneten Umgebung zu setzten und die Umwelt aktiv zu beobachten und von ihr zu lernen. Also lieber Mikro-Abenteuer statt Risiko: Regelmäßig mit Kindern in den Wald gehen, um Tierspuren zu suchen, essbare Pflanzen zu entdecken und Insekten zu beobachten, um so viele echte Naturerfahrungen abseits von Bildschirmen zu ermöglichen.
Achtsamkeit vorleben: Den Kindern zeigen, dass wir keinen Müll hinterlassen und den Lebensraum der Tiere respektieren müssen, weil sie auch schon vor uns da waren.
Wert der Individualität: Gemeinsam die Bäume betrachten und lernen, dass Fehler und kleine Makel natürlich und wunderschön sind – Bei Bäumen genauso wie bei uns Menschen.

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